Verrückte Willkommensparty in Brasilien

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Nach 16 Tagen absoluter Einsamkeit auf dem Atlantischen Ozean erwartete uns in der brasilianischen Hafenstadt Recife absolutes Kontrastprogramm: Wir hatten kaum unser erstes Anlegebier geleert, stieg ein gigantisches Feuerwerk in den Himmel über unserem Ponton – Startschuss für den Karneval! Was für ein Willkommensgruß!

Und: Wie hatten wir auf See gehofft, dass wir es rechtzeitig zum Beginn des Karnevals hier her schafften! Trotz einiger weiterer Anlegebiere entschieden wir uns jedoch erstmal auszuschlafen und dann am nächsten Tag unsere persönliche Der-Ozean-ist-überquert-Party zusammen mit den Brasilianern zu feiern.

Willkommen zum Karneval in Brasilien!
Willkommen zum Karneval in Brasilien!

Eine gute Entscheidung, denn am nächsten morgen kam auch Cecilie wieder an Bord, diesmal zusammen mit ihrer ebenfalls norwegischen Freundin Alice an Bord. Cecilie war schon  von Fuerteventura nach Kap Verde mit uns gesegelt, hatte sich dann jedoch entschieden, den schnellen und sicheren Weg nach Brasilien zu nehmen – per Flugzeug.

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So war unser Karnevalstrupp von der Libertalia komplett und wir bereit für den legendären Karneval in Brasilien. Also zogen wir schon morgens in die Innenstadt Recifes, um bloß nichts zu verpassen. Dort angekommen bot sich uns ein spektakuläres Bild: Trotz der frühen Tageszeit schien wirklich  jeder Einzelne von den anderthalb Millionen Einwohnern Recifes hier zu sein und zu tanzen und zu trinken, zu singen und, vielleicht vor allem anderen, wild herum zu flirten.

Schnell hatten auch wir unsere erste „Latao“ (große Dose Bier) in der Hand und stürzten uns mitten in das Getümmel. Hunderttausende schweißverklebte Körper schoben sich bei über vierzig Grad in der prallen Sonne durch die Stadt, immer wieder bahnten sich die trommelnden Batucadazüge und die bunten Wagen den Weg durch durch die Menge.

So mancher Flipflop ging verloren, und bei der Enge und der euphorisch-guten Laune bei uns und um uns herum, war es geradezu unmöglich, auf die Schnell keine brasilianischen Freunde zu finden. So wurde unsere kleine Reisegruppe immer größer, wir tanzten bis in den späten Abend  durch die Straßen Recifes und genossen unsere Euphorie nach der Ozeanüberquerung.

Die Reisegruppe "Karneval": Weltradler Arne, Käpt'n Phil, Bruder Leichtfuss, Amerikaner Kyle, Weltradler Johannes, Norwegerinnen Cecilie und Alice
Die Reisegruppe „Karneval“: Weltradler Arne, Käpt’n Phil, Bruder Leichtfuss, Amerikaner Kyle, Weltradler Johannes und die Norwegerinnen Cecilie und Alice

So ausgelassen wir am ersten Karnevalstag feierten, so wenig konnten wir uns vorstellen, dass das alles jetzt für eine Woche einfach so weiter geht – ging es aber. Diese verrückte Veranstaltung ist wohl so ziemlich das wichtigste Fest für jeden Brasilianer zwischen null und neunzig Jahren. Niemand arbeitet in dieser Woche, jedes Geschäft ist geschlossen.

Das heißt einige Läden machen nicht zu, räumen nur ihre Waren ins Lager und handeln statt dessen ausschließlich mit Bier, Verkauf direkt von der Palette. Für uns entstanden dadurch kleinere Problemchen, so gab es nirgendwo ein geöffnetes Internetcafe geschweige denn SIM-Karten zu kaufen, weshalb dieser Bericht auch ein wenig verspätet erscheint.

Außerdem wird auch in Banken nicht gearbeitet, so dass es schwierig war, an brasilianisches Geld zu kommen. Wir beschlossen aber einfach, solche Probleme aus der „echten“ Welt einfach erstmal zu ignorieren, konzentrierten uns auf unseren selbst gestellten Auftrag zur Völkerverständigung und zogen kurz gesagt tagelang feiernd durch die Straßen.

Irgendwann im Laufe des Karnevals waren auch wir locker genug für peinliche Verkleidungen
Irgendwann im Laufe des Karnevals waren auch wir locker genug für peinliche Verkleidungen

Schnell machten wir die Entdeckung, dass im Norden von Recife die alte Stadt Olinda liegt, die mittlerweile eigentlich ein Stadtteil von Recife geworden ist. Hier war der Karneval besonders ausgelassen und exzessiv, oder einfach besonders „brasilianisch“, wie mir ein Brasilianer erklärte, der hierher extra aus dem bekannten Rio de Janeiro angereist war: „Hier ist der Karneval noch original und keine riesige Touristenbelustigung.“, sagte er noch und verschwand wieder singend in der Menge.

Irgendwie geht es mir immer so, wenn ich auf Reisen bin: Das Glück treibt mich ständig zur richtigen Zeit an den richtigen Ort.

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3 KOMMENTARE

  1. Moin Bruder Leichtfuß,

    ich weiß nicht, ob sich eben schon ein mail-Schuß versehentlich gelöst hat, deshalb nochmal meine Frage: Hand gegen Koje, so nennt sich ja wohl das System beim Segeln. Teilt man sich die Kosten für Proviant oder wird man an Bord verköstigt? Wird das vorher individuell ausgehandelt? Ist manchmal vielleicht auch Geld im Spiel?

    Über Antwort freut sich:
    Paul

    • Moin Paul,
      das wird immer vorher ausgehandelt und hängt einerseits davon ab, was deine Fähigkeiten und Aufgaben an Bord sind, andererseits wohl auch vom Geldbeutel des jeweilige Kapitäns. In der Regel teilt man sich die Bordkasse, dazu gehören der Proviant, Diesel (für Flautezeiten, Hafenmanöver…) und Hafengebühren. Ich bin aber manchmal auch komplett verpflegt umsonst mitgesegelt. Manchmal erhalten erfahrene Mitsegler ein kleines Taschengeld, auf anderen Booten wiederum verlangt der Kapitän eine zusätzliche Gebühr, die sich dann „Wartungspauschale“ nennt – die Grenzen zum Kojencharter sind dann fließend…
      Auf jeden Fall sollte man das eindeutig abklären, am besten, bevor man einen Fuß an Bord setzt, sonst kann es für beide Seiten unangenehme Überraschungen geben!
      Hier gibt es übrigens eine Übersicht über Crewbörsen, wo du Kapitäne und Boote zum Mitsegeln findest!
      Melde dich gerne, wenn du weitere Fragen hast,
      Timo

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