Törnbericht Mazarrón – Gibraltar

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Gibraltar-Segel

Meine erste Woche auf dem Katamaran „Vaya Con Dios“ ist herum und wir haben unseren zweiten großen Schlag hinter uns. Wir haben mittlerweile den Hafen von Gibraltar erreicht.

So geht’s der Crew:

Wir sind nach wie vor zu siebt und werden es auch bleiben. Inzwischen haben wir uns ganz gut kennen gelernt und uns als Team recht schnell eingespielt. Für die Wachschichten haben wir drei Teams, die in 3-Stunden-Schichten die Verantwortung im Cockpit tragen.

Das heisst, dass wir auf den langen Schlägen bislang nach jeder Schicht immer sechs Stunden Ruhezeit zum Schlafen oder Entspannen haben, womit wir eigentlich alle ganz gut zurechtkommen.

Crew-Gibraltar-Katamaran
Unsere Crew vor dem Felsen von Gibraltar

Dieselben Teams haben auch „Küchendienst“, sorgen also jeden Abend für eine warme Mahlzeit. Käpt’n Louis läuft außerhalb des Schichtsystems, weil er eigentlich die ganze Zeit auf Standby ist und jederzeit für Fragen zur Verfügung steht und rund um die Uhr bei jedem Manöver an Deck dabei ist.

So geht’s dem Boot:

Die „Vaya Con Dios“ hat den Weg von Ibiza bis Gibraltar gut überstanden. Es gibt nur Kleinigkeiten, um die wir uns gelegentlich kümmern müssen. So gibt es zum Beispiel einen kleinen Vorschaden: Die Dichtung des Sail-Drives im Backbord-Motor ist ein bisschen undicht, so dass konstant ein wenig Seewasser eindringt und das Öl verunreinigt. Wir pumpen das Wasser regelmäßig ab und kippen Öl nach.

So geht Hand gegen Koje:

Hier findest du → alle meine Tipps zum Mitsegeln!

Schön zu lesen: Meine Atlantiküberquerung als Mitsegler.

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So war der Törn:

Der Törn von Mazarrón nach Gibraltar dauerte ziemlich genau 48 Stunden. Dabei kam der Wind meist aus östlicher Richtung, wobei er recht stark zwischen Süd-Ost und Nord-Ost schwankte. Die Windgeschwindigkeit schwankte zwischen „kaum vorhanden“ (3-5 Knoten) und „fein“ (18 – 25 Knoten).

Natürlich hatten wir die ganze Zeit schönsten Sonnenschein – wir sind schließlich im Mittelmeer 😉 Um Gibraltar zu erreichen fuhren wir einen Kurs in südwestlicher Richtung.

Mitsegeln-Timo Peters-Gibraltar

Wir standen zeitlich ein wenig unter Druck: Bis zum Samstagnachmittag war Wind aus Osten angesagt – den brauchten wir, um die Straße von Gibraltar zu durchfahren. Danach jedoch sollte auf West drehen und dann einige Tage als sogenannter „Poniente“ auf Ost bleiben, was uns die Durchfahrt extrem erschwert hätte.

Um rechtzeitig in Gibraltar zu sein, mussten wir unbedingt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Knoten erreichen und notfalls einen oder beide Motoren dazuschalten. So kam es dann auch: Insgesamt lief über 30 der 48 Stunden zumindest ein Motor, um für den nötigen Schub zu sorgen. Ursache dafür war zunächst zu schwacher Wind.

Je näher wir der Meerenge von Gibraltar kamen, desto stärker merkten wir den Einfluss der Tidenströmung, die hier mehr als 3 Knoten erreichen kann. So kam es zu dem Phänomen, dass wir bei günstigem Wind gefühlt sehr schnell segelten, aber laut Kartenplotter nur sehr langsam vorran kamen: Bei 7 Knoten Fahrt durchs Wasser hatten wir gegen Ende nur knappe vier Knoten Fahrt über Grund.

So geht es weiter:

Marina Bay-Gibraltar
Die Marina Bay in Gibraltar

Wegen der Tidenströmung gibt es für die eigentliche Durchfahrt der Meeresenge nur alle zwölf Stunden ein Zeitfenster. Deshalb kommen wir in den Genuß, hier in der Marina Bay im Zentrum Gibraltars, einige Stunden Zeit für einen Landgang mit ein bisschen Sightseeing und Steaks und Burgern aus dem Restaurant zu haben.

Nach der Durchfahrt wird sich unser Kurs in Richtung Nord-West drehen, um entlang der spanischen Küste Richtung portugiesischer Küste zu segeln. Die Windvorhersagen dafür sehen im Moment nicht so richtig optimal aus: Wenn sie richtig liegen, werden wir Wind von vorne haben.

Allerdings liegen wir im Moment ein bisschen vor unserem Zeitplan, so dass wir uns vielleicht mit Kreuzen gegen den Wind vorwärts bewegen können. Leider ist ein Katamaran dafür nicht wirklich optimal – aber wir werden sehen.

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