Packliste für’s Mitsegeln – meine Ausrüstung

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Packliste fürs Mitsegeln - meine Ausrüstung

Nachdem bei meiner letzten Packliste die Ausrüstungs-Basics dran waren, geht es jetzt mit meiner Packliste für’s Mitsegeln weiter. Auch hier habe ich wieder das Problem: Es macht einen großen Unterschied, ob ich im April auf dem Ijsselmeer segeln möchte oder im August auf den Kanaren eine Mitsegelgelegenheit gefunden habe.

Deshalb unterteile ich meine Segel-Packliste in zwei Teile:  Es gibt eine Ausrüstungsliste für eher kalte Reviere und eine Packliste für die warmen bis heißen Reviere im Hochsommer oder in den Tropen.

Noch ein Hinweis zur Benutzung dieser Liste: Hier führe ich nur Dinge auf, die man speziell zum Segeln braucht. Alles, was man eigentlich auf jeder Reise dabei haben sollte, findet ihr in meiner Basics-Packliste.

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Ich fange an mit den warmen bis heißen Segelrevieren. Das ergibt insofern Sinn, dass man (fast) alle Ausrüstungsgegenstände, die in diese Liste gehören, auch in kälteren Revieren dabei haben sollte – deshalb ist die Liste auch deutlich länger.

Weiter unten gibt es dann noch die Ausrüstung, die man in kälteren Revieren dabei haben sollte.

Wichtig: Die Grundregeln für’s Packen

Ganz nach oben gehört allerdings die Grundregel Nummer 1: Wenn man sich gleich zu Beginn bei Skipper und Crew unbeliebt machen will, dann bringt man einen großen Hartschalenkoffer mit an Bord. Für den findet man nämlich auf keinem Boot einen geeigneten Platz und er wird nur im Weg herum liegen – und tierisch stören.

Deutlich besser zu verstauen sind Reisetaschen oder Rucksäcke wie der, den ich bislang immer dabei hatte. Die allerbeste Lösung ist natürlich ein richtiger Seesack – wasserfest und knautschbar findet er überall einen Platz.

Das führt mich direkt zur zweiten Grundregel für das Gepäck beim Segeln: Auch wenn man auf Segelbooten sein Gepäck nicht selber tragen muss: Der Stauraum ist extrem knapp bemessen auf Segelbooten! Deswegen gilt auch hier: Nur einpacken, was wirklich nötig ist!

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Mitsegel-Packliste für Mittelmeer und Karibik

… und andere heiße Reviere wie die Kanaren und Kapverden, pazifische Südsee usw.

Packliste barfuss segelnAuf der Barfuß-Route fühle ich mich wohl.

Klamotten

  • Segelschuhe braucht man für die Trittfestigkeit – es gibt an Deck eine Menge Beschläge, an denen man hängen bleiben kann. Außerdem wird an Bord auch ganz gerne mal gearbeitet. Wichtig ist vor allem, dass die Schuhe nicht abfärben, die meisten Skipper stehe nicht auf Streifen auf dem Deck. Es reichen aber auch Turnschuhe mit heller Sohle, wie zum Beispiel der Adidas Samba, der ja bei fast jedem irgendwo herumfliegt.
  • Segel- oder Fahrradhandschuhe für die Warmduscher unter uns. Handschuhe verhindern Brandverletzungen an den Schoten.
  • Cappy – für den perfekten Segler-Style, außerdem gegen die Sonne.
  • Badehose
  • Handwaschmittel zum Wäsche waschen. Waschmaschinen gibt es an Bord von Segelbooten nicht.
  • Wäscheklammern – Klamotten werden auf See schnell nass, dank dem Wind auch schnell trocken – aber sie wehen auch schnell weg.

Ausrüstung für Segeln und Wassersport

  • Taucherbrille
  • Rettungsweste – falls ihr eine habt. Auf den meisten Booten sind genug vorhanden – wenn ihr häufiger segeln gehen wollt und eine kaufen wollt: Achtet darauf, eine vollautomatische Rettungsweste zu kaufen. Alles andere ist Spielzeug und auf See nicht zu gebrauchen.
  • Segelschein(e) – falls vorhanden.

Packliste Segeln Kanaren

Unterhaltung & Technik

Auf längeren Törns über mehrere Tage muss man für Unterhaltung sorgen – davon hat man oft nicht viel an Bord!

  • Ersatzakkus – für Kamera und Handy
  • Ebook-Reader – mit ausreichend Büchern. Ich habe einen Kindle.
  • Hörbücher – kann man nicht genug haben! Perfekt für einsame Wachschichten.
  • Sturmfeuerzeug – Nicht nur für Raucher, sondern auch für den Gaskocher und für 1000 andere Gelegenheiten, mit denen man nicht rechnet.

Mitsegler-Apotheke

  • Anti-Mücken-Spray – In den Häfen sind die Biester im Sommer überall. Zum Beispiel Anti-Brumm.
  • Fenistil – Wenn die Mücken schneller waren.
  • Sonnenmilch – wasserfest, mindestens Lichtschutzfakter 30. Kein Öl – macht das Deck rutschig.
  • Wundsalbe – die auch gegen Sonnenbrand hilft, zum Beispiel Panthenol.
  • Wunddesinfektionsmittel – zum Beispiel Octenisept.
  • Reisekaugummis – sollen auch gegen Seekrankheit helfen. Ich glaube, Superpep ist der Klassiker.
  • Vitamin C – hilft wohl auch gegen Seekrankheit. Entweder in Pillenform oder natürlich – viele schwören auf Ingwer.

Auf einer gut ausgerüsteten Segelyacht gibt es noch eine Menge anderer Medikamente – starke Schmerzmittel für echte Notfälle, Verbandszeug und so weiter. Auch ein Großteil der Mittelchen, die hier aufgeführt sind, sollten vorhanden sein.

Allerdings könnt ihr nicht von eurem Skipper erwarten, dass er für jedes Wehwehchen seiner Crew sorgt – wenn ihr die Medikamente aus dieser Liste dabei habt, macht ihr euch mit Sicherheit nicht unbeliebt.

Schlafen

Man kann nicht voraus setzen, dass der Skipper genügend Decken etc. für alle Mitsegler dabei hat, deshalb:

  • Schlafsack – Ich habe einen Kunstfaserschlafsack, der bis -10 °C warm hält. Vorsicht mit Daunen, die sehr feuchtigkeitsempfindlich sind
  • Hängematte – war schon im Mittelalter der Geheimtipp unter Seefahrern. Heutzutage gibt’s ultraleichte Reisehängematten.
  • Ohropax
  • Schlafmaske

Mitsegel-Packliste für Ostsee und Nordsee

… und wettertechnisch vergleichbare Segelreviere:

Packliste Ausrüstung Segeln OstseeEs gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falschen Klamotten!

Hier kommen jetzt noch dicke Klamotten dazu. Unterschätzt das nicht: Auch, wenn es an Land ein schöner Sommertag ist, wird es in unseren Breiten eigentlich immer kalt auf See. Als ich zum ersten Mal auf der Ostsee segeln war, habe ich ganz schön gefroren – auch wenn ich an Land in Shorts, Tshirt und Flipflops unterwegs war. Deswegen packt auf jeden Fall ausreichend dicke Klamotten ein!

  • Wollsocken
  • Wollmütze
  • Handschuhe
  • Schal
  • Fleece
  • Regenhose
  • Regenjacke
  • Skihose – mit Skiklamotten fühlte ich mich bislang an den deutschen Küsten am wohlsten!
  • Skijacke – natürlich kann man sich auch richtiges Ölzeug kaufen, wenn man sehr viel in unseren Breiten segelt.
  • Segelstiefelwasserfest
  • wasserfeste Socken

***

Hier gibt es noch eine Packliste, die sich eher an Skipper als an Mitsegler richtet – und eine Menge weiterer Listen und Dokumente für Segler.

Außerdem muss ich an dieser Stelle mal ein DICKES DANKESCHÖN loswerden: Beim Erstellen dieser Liste haben mir einige SeglerGruppen bei Facebook sehr geholfen und Andreas von 12-mitsegeln.de. Segler bilden wirklich eine echt starke Community, das merke ich immer wieder – wahrscheinlich fühle ich mich auch deswegen so wohl unter ihnen!

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10 KOMMENTARE

  1. Hallo Timo

    Danke für die super Liste. 😀
    Als ich auf meinen ersten Segelturn ging wurde mir ein Rat gegeben, den gerne weiter reiche.
    Packt eure Klamotten in Plastiksäcke zu oder Vakumierbeutel. Sie werden so weniger klamm und riechen immer frisch. Hat sich für mich total bewärt. Zudem finde ich so meine Sachen im Rucksack viel schneller;)
    Greez idi

  2. Hallo Timo,

    musste gerade echt schmunzeln über den Hartschalenkoffer – auch wir hatten schon des Öfteren das Vergnügen, dass Neulinge auf unser Segelboot mit einem solchen Unding ankamen.
    Danke dir für die Packliste – das Wichtigste kurz und knapp – ist alles, was an Bord benötigt wird.
    Wichtig für mich ist auch immer eine gute Aprés Sun-Lotion – damit meine krebssrote „Bräune“ schnell verblasst 😉

    Lg
    Torben

  3. […] Sie auch, wichtige Teile der fürs Segeln nötigen Ausrüstung zu unterscheiden, damit Sie das Boot besser steuern können und schneller lernen, wie der ganze […]

  4. Hi Timo,
    erstmal danke für die Liste. Sie macht einiges einfacher!
    bei den Klamotten steht nichts über Ölzeug.
    Was würdest du bei den hohen Wellen auf dem Atlantik empfehlen?
    Lg Erik

    • Hi Erik!
      Ölzeug hat eine Menge großer Vorteile auf hoher See – und den großen Nachteil, dass es einfach richtig teuer ist. Ich habe mir deshalb noch keines gegönnt und habe trotzdem eine Atlantiküberquerung und eine Biskayaüberquerung im September (putzmunter) überlebt 😉
      Ich hatte jeweils dicke und lange Unterwäsche dabei und habe mich dann nach dem Zwiebelprinzip angezogen. Die äußerste Lage sind dann eben Regenhose- und Jacke. In kälteren Gegenden ziehe ich mir meine Skiklamotten auch auf Booten an – das muss erstmal reichen!
      Aber es kommt natürlich auch darauf an, wie groß „dein“ Schiff ist, zu welcher Jahreszeit du auf den Atlantik rausfährst und auf welchem Breitengrad du dich so befindest 😉
      Irgendwann werde ich mir aber auch Ölzeug besorgen, weil es einfach komfortabler ist.
      Beste Grüße,
      Timo

  5. Hallo Timo,

    super Beitrag. Vor allem Deine einleitenden Bemerkungen über Hartschalenkoffer. Ich kriege regelmäßig eine Krise wenn Leute diese Scheißdinger mit an Bord bringen. Das geht ganz und gar nicht. Und selbst die Reisetaschen mit versteiftem Rücken lassen sich nicht wirklich gut verstauen. Ein Seesack ist in der Tat „alternativlos“. Und wenn die Klamotten etwas verknittern: so what! Segeln bedeutet auch Einfachheit, da kann man das kleine Schwarze ruhig mal zu Hause lassen

    Gruß
    Klaus

  6. Hallo Timo,
    ich fine es gehören noch Ohrenstöpsel und eine Augenmaske ins Handgepäck. Denn wenn der MAtrose nebenan schnarcht, daß sich die Schiffsbalken biegen, dann ist für den sensiblen Seefahrer das Schlafen die Hölle. Dasselbe gilt für Törns im hohen Norden, wenn es nie dunkel wird.
    Natürlich weiß ich, daß unter Umständen das schnelle akustische Wecken lebensnotwendig sein kann. Aber im Regelfall sind lebensbedrohliche Situationen eher unwahrscheinlich. Und gut geschlafen ist fast der halbe Törn.

    Beste Grüße …

  7. Hallo Timo,
    kurz zum Thema Rettungsweste. Es gibt sicher viele Meinungen dazu, ich empfehle allerdings immer eine halbautomatische Weste statt einer Vollautomatischen. Der Grund: Wenn eine Yacht kentert oder gar durchkentert (ja – auch das gibt es in heftigen Stürmen oder bei Verlust des Kiels immer mal wieder) und der Westenträger sich unter Deck befindet, löst die Weste aus wenn man versucht durch den Niedergang aufzutauchen. Man bleibt dabei unter Deck vor dem Niedergang stecken und muss die Weste abstreifen um auftauchen zu können (selbst erlebt!). Besser daher: Erst auftauchen und dann selbst die Weste auslösen!

    • Hallo Peter,
      danke für diesen Hinweis! Diese Meinung habe ich auch schon mal gehört – es gibt da wirklich viele Meinungen zu dem Thema… Sicher kennst du auch die Gegen-Argumentation: Jemand geht über Bord, WEIL er sich an Deck verletzt und eventuell schon bewusstlos ins Wasser fällt. Schwieriges Thema, und am Ende wahrscheinlich eine sehr persönliche Entscheidung!
      Auf jeden Fall ist es gut, diese Überlegungen hier aufzulisten – so kann dann jeder letztendlich selber entscheiden…
      Beste Grüße,
      Timo

  8. Lieber Timo,

    Danke für Deine Packliste zum Mitsegeln, diese kann uneingeschränkt weiterempfohlen werden.
    Ich nehme zusätzlich auf jeden Segeltörn noch ein eigenes Kissen mit, das ich nicht nur unter Deck zum Schlafen nutze, sondern auch auf Deck zum Entspannen und Relaxen. Persönlich finde ich die Reisekissen mit den kleinen Kügelchen genial, die passen sich bei jedem Untergrund perfekt an Kopf und Nacken an. Beispiel: http://www.amazon.de/Tchibo-Nackenkissen-Relaxkissen-Mikrok%C3%BCgelchen-dunkelblau/dp/B00AA74PEU/

    Also mit Deiner Liste ist man für einen Segeltörn bestens ausgerüstet!

    VG
    Andreas

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