Freiheit, Euphorie und die „Barfußroute“

Ich komme morgens aus meiner Koje gekrochen und schaue wahrscheinlich ziemlich verdutzt in die 3 Augenpaare, die mich erwartungsvoll anblicken: „Have you prepared some bread last night?“ – Ja, ich habe den Brotteig angesetzt gestern Nacht, die Hefe müsste aufgegangen sein, und ich werde jetzt unseren Methanolkocher anschmeissen und unser täglich Brot backen.

Drei Gesichter strahlen mich vor Freude an, jetzt bin ich auch schnell wach und bereit für einen neuen Tag auf See. Zum Glück hat Werner, einer unser Kapitänskumpel aus Fuerteventura, mir das Rezept für Pfannenbrot beigebracht, ich versuche an Bord möglichst jeden Tag welches zu backen und probiere dabei meine eigenen Variationen aus – sehr zur Freude der Crew auf der „Libertalia“.

Offshore-Bootsbrotbäckerei
Offshore-Bootsbrotbäckerei

Auf See sind es die kleinen Dinge, die uns glücklich machen. Frisches Brot am Morgen, alle paar Tage ein oder zwei Liter Süßwasser zum Waschen. Jeden Abend „verschleudern“ wir kostbare kostbare Elektrizität für eine halbe Stunde laute Musik aus den Lautsprechern. In jedem dieser Luxusmomente steigert sich die Laune der Crew bis hin zur Euphorie, wir fangen an, zu plappern, zu quatschen und herum zu albern.

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Manchmal reicht auch ein Sonnenuntergang oder einfach das Freiheitsgefühl, was vor allem mich immer wieder überkommt, wenn ich einfach nur hinaus starre auf den Ozean.

Meine Freunde auf der Libertalia machen sich manchmal ein wenig lustig über mich, weil ich es einfach nicht schaffe, mir das Grinsen aus dem Gesicht zu wischen, ich produziere zurzeit Glückshormone für zwei oder drei. Oder für vier.

Dauergrinsen
Dauergrinsen

Jeder hier an Bord hat seine eigenen, kleine Glücksmomente. Während mich meist schon der Blick auf den Horizont euphorisiert, lebt Käpt’n Phil bei jeder Tasse Tee englischer Art auf. Cecilie freut sich vor allem, wenn der Wellengang kleiner wird und unser „Navigationsminister“ Kyle feiert jedesmal, wenn wir wieder einen Breitengrad in südlicher Richtung überquert haben.

Besonders glücklich präsentierte er uns den 23sten Grad – wir sind offiziell angekommen in den Tropen. Jetzt merken wir wirklich, das es vor allem „nächtlich“ immer wärmer wird. Ab jetzt geht es weiter auf der Route, die unter Weltumseglern als „Barfußroute“ bekannt ist.

23 Grad Nord, Tropen. Weiter geht's barfuß.
23 Grad Nord, Tropen. Weiter geht’s barfuß.

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Timo Petershttps://www.bruderleichtfuss.com
Timo Peters ist der Gründer und Chefabenteurer bei bruderleichtfuss.com. Ich verbringe meine meiste Zeit auf Reisen und stehe auf Abenteuer aller Art. Ich bin gerne in der Natur unterwegs: Zu Land wandere ich mit meinem Zelt durch die Wildnis, zur See gerne auf Segelbooten. Außerdem habe ich eine Leidenschaft für Reisen per Anhalter. Hier findest du mehr Infos über mich und diesen Blog.

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