Prototyp eines Couchsurfers: Jules aus Gibraltar

2

Die wunderbare Welt des Couchsurfings

Ich habe in den letzten Jahren eine Menge richtig cooler Menschen beim Couchsurfen kennen gelernt. Deshalb habe ich beschlossen, hier von Zeit zu Zeit ein paar Zeilen über diese Leute zu schreiben. Diese Idee schwirrte mir schon länger im Kopf herum, denn Couchsurfer sind meistens spannende Persönlichkeiten, die häufig weit gereist sind und viel von der Welt gesehen haben. Und eines sind sie immer: offen gegenüber Fremden und extrem gastfreundlich.

Couchsurfing.org ist eine unkommerzielle Plattform im Internet, auf der Schlafplätze für Reisende vermittelt werden. Ich biete zum Beispiel meine Couch Leuten an, die in Hamburg übernachten wollen, im Gegenzug übernachte ich auf Reisen immer mal wieder bei anderen Couchsurfern. Das Ganze ist komplett kostenlos und nicht an Gegenleistungen gebunden. Allerdings sollte man sich schon irgendwie für die Gastfreundschaft bedanken, oft passiert das, indem der Gast ein typisches Gericht aus seinem Heimatland kocht. Ich mache immer gerne ein Bauernfrühstück, weil es einfach ist, den meisten Leuten schmeckt und die Zutaten überall zu bekommen sind.

Jules habe ich in Gibraltar getroffen und er hat mich an diesen Plan erinnert, weil auf ihn genau diese Eigenschaften zutreffen, für mich verkörpert er geradezu die Idee des Couchsurfings. Ich habe seine Couch in Gibraltar auf meinem Weg per Anhalter über den Atlantik „angefragt“. Als ich bei ihm ankam, zeigte er mir seine Couch und lud mich dann direkt ein, mit zu einem Kumpel von ihm zu kommen. Dort wolle er kochen, ich sei doch bestimmt auch hungrig.

Nachdem ich ihm von meinem Plan, ein Segelboot finden zu wollen, berichtet hatte, meinte er nur: „Die Idee gefällt mir, du kannst solange bei mir wohnen, bis du eines gefunden hast!“. Das war eine enorme Hilfe für mich, weil die Unterkünfte in Gibraltar teuer sind, und ich keine Ahnung hatte, wie lange ich brauchen würde.

Couchsurfing-Host Jules mit Surfmagazin und Kumpel Tom auf - der Couch
Couchsurfing-Host Jules mit Surfmagazin und Kumpel Tom auf – der Couch

Jules ist dreißig Jahre alt und stolz darauf, in Gibraltar geboren zu sein. Gerade ist er dabei, den Betrieb seines Vaters, eine kleine Rederei mit kleineren Frachtschiffen, zu übernehmen. Deshalb arbeitet er sehr viel und hat nicht gerade viel Zeit, was eigentlich eine gute Entschuldigung wäre, gerade keinen Couchsurfer aufzunehmen.

Nicht für ihn: Außer mir wohnte auch noch sein Kumpel Tom auf der zweiten Couch in der winzigen Einzimmerwohnung, und das schon seit Wochen. „Ich bin eh nicht gern allein und außerdem mag ich es einfach, freundlich zu sein“, erklärte er. Jules war schon viel unterwegs auf der Welt, vor allem in Südostasien und in mehrmals in Indien, seine Souvenirs schmücken jede seiner vier Wände.

In den Tagen meines Besuchs in Gibraltar war Jules gerade dabei, alte Urlaubsvideos zusammen zu schneiden. Natürlich fragte ich ihn natürlich aus und so erzählte er diese kleine Anekdote. Einmal war mein Couchsurfing-Host zusammen mit einem Freund in Kambodscha mit dem Motorrad unterwegs.

Eigentlich gefiel ihm das ziemlich gut, nur eines störte ihn: Immer wieder standen Tramper am Straßenrand, die er leider dort stehen lassen musste. Leuten nicht helfen zu können, das mag Jules nicht, also tat er, was er tun musste: Er verkaufte kurzerhand sein Motorrad, um es dann einzutauschen – gegen einen Minivan. Der war bis zum Ende seines Trips fast immer voll besetzt und Jules war glücklich.

Irgendwie passt diese Geschichte zu Jules und sie passt auch ganz wunderbar in die Welt des Couchsurfings.


Spannend, nützlich, inspirierend…

            

*** Durch deinen Klick auf diese Links verdiene ich ein paar Cent – für mein nächstes Abenteuer!

Hat dieser Artikel dir gefallen?
Bestelle meinen kostenlosen Newsletter!

 

2 KOMMENTARE

  1. Hi Christina,
    es freut mich, dass du auch zu dieser „Spezies“ gehörst 😉 Ich hoste auch gerne Leute bei mir in Hamburg, hatte kürzlich einen Mexikaner auf Weltreise auf meiner Couch! Liebe Grüße!

  2. Oh ja, Couchsurfer sind eine wirklich interessante Spezies 🙂 Wir gehören auch dazu! Ich finde es mindestens so interessant, Gäste zu bekommen wie selbst zu surfen. Das letzte Gespräch mit einem südkoreanischen Surfer, der uns von seinen Erfahrungen in der Armee an der Grenze zu Nordkorea erzählt hat, werde ich nie vergessen. Ebenso wie unser eigenes Couchsurfing rund um die Ostsee im letzten Sommer. Und das geht auch als Familie! Es gibt sogar eine eine Untergruppe, in der sich Familien gegenseitig „hosten“. Danke für den schönen Einblick nach Gibraltar. Was Dein Bauernfrühstück ist übrigens bei uns Linsen und Spätzle.

Hinterlasse eine Antwort

Please enter your comment!

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ist in Ordnung!

Please enter your name here