Oslo Reiseführer:
Alle Sehenswürdigkeiten & Geheimtipps auf einen Blick

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Oslo Reiseführer Sehenswürdigkeiten Geheimtipps

“Eine Woche Oslo” hieß es kürzlich für mich. Das wurde auch mal Zeit: Obwohl ich jetzt schon seit Jahren regelmäßig in Norwegen unterwegs bin und mittlerweile hier wohne, war ich bislang erst ein einziges Mal für nur einen Tag in Oslo. Eine ziemlich maue Ausbeute für einen Norwegen-Fan für mich – immerhin handelt es sich hier um die Hauptstadt.

Ehrlich gesagt waren meine Erwartungen an diesen Städtetrip nicht die Allergrößten. Ich vertrete eigentlich gerne die Meinung, dass man in Norwegen raus aufs Land muss. In die Natur. Schließlich ist es die Landschaft, die Norwegen so besonders macht.

Aber Oslo hat mich absolut positiv überrascht: Ich war eine Woche lang unterwegs in einer ziemlich coolen Stadt mit tollen, alternativen Stadtvierteln, guten Ausgehmöglichkeiten und jeder Menge kleiner Überraschungen, die ich hier so nicht erwartet hätte.

Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher: Dies wird nicht meine letzte Städtereise nach Oslo gewesen sein – auch, weil ich jede Menge cooler Leute kennen gelernt habe.

Dank meiner neuen Freunde vor Ort bekam ich auch echte Insidertipps und kam auch an einige Ecken, an denen ich keine anderen Touristen traf.

Deshalb gibt es in diesem Beitrag einen kleinen Oslo Reiseführer: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, meine Geheimtipps und noch einige praktische Infos, die ich gerne vor der Reise gehabt hätte. Alles auf einen Blick.

Das ist zwar deutlich kompakter als ein normaler Reiseführer in Buchform – trotzdem ist dieser Beitrag dann doch etwas länger geworden. Zur besseren Übersicht gibt es deshalb diese kleine Gliederung, damit du einfach zu dem Thema springen kannst, das dich interessiert:

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in  Oslo

Stadtrundgang zu den Highlights in der Innenstadt

So beginnen eigentlich die meisten meiner Städtetrips: Mit einem Stadtrundgang zu den größten Sehenswürdigkeiten im City-Center. Dabei bekommt man ein erstes Gefühl für die Stadt und kann außerdem gleich auf einen Schlag eine Menge Sehenswürdigkeiten abhaken.

Ich starte am Hauptbahnhof von Oslo – ein natürlicher Ausgangspunkt: Super-zentral und von überall leicht erreichbar. Der Bahnhof in Oslo immer “Oslo S” genannt.

Ich laufe zuerst in Richtung Oslofjord, der schon nach wenigen Metern immer wieder zwischen den Häuserzeilen aufblitzt. Nach wenigen Minuten komme ich an und stehe gleich vor einer der größten Attraktionen Oslos: Dem Neuen Opernhaus. Das neue Prachtgebäude strahlt weiß und scheint, direkt aus dem Fjord aufzusteigen.

Neues Opernhaus OsloIch laufe zunächst einmal um das Gebäude herum, was sich lohnt: Durch die Fenster bekomme ich Einblick in das Herz der Oper und kann Bühnen- und Maskenbildnern bei der Arbeit zuschauen.

Anschließend gehe ich auf das Dach des Opernhauses: Das ist nicht illegal, sondern so gedacht und übrigens sogar barrierefrei. Auch der Eintritt ist frei. Von oben hat man einen tollen Ausblick auf den Fjord und die Stadt – und man sieht auch schon die nächste Sehenswürdigkeit auf meinem Stadtspaziergang: Die Akershus Festning.

Die Festungsanlage liegt nur knappe zehn Fußminuten von der Oper entfernt ebenfalls direkt am Fjord. Die alte Festung aus dem 13. Jahrhundert war militärisch wichtig für die Stadt. Ein kleiner Teil ist auch heute noch vom norwegischen Militär besetzt. Der Rest der Anlage ist frei zugänglich.

Ich streife ein wenig zwischen den alten Mauern umher und werfe auch einen Blick in das Militärmuseum. Allerdings ist das Wetter zu schön für ausgiebige Museumsbesuche – dieses “Problem” sollte sich übrigens durch meine ganze Woche in Oslo ziehen.

Oslo Akershus FestningAlso spaziere ich weiter, immer am Fjord entlang. Links von mir sehe ich bald den Fährhafen Aker Brygge, an dem reges Treiben herrscht, rechts von mir einen riesigen, roten Backsteinklotz – das Rathaus von Oslo.

Nur wenige Meter vom Rathausplatz steht das Gebäude des Nobel Friedenszentrums – sozusagen die Zentrale des Friedensnobelpreises. Schon draußen vor der Tür gibt es gerade eine Fotoausstellung.

Aber auch hier ist der Eintritt wieder frei, also bummle ich auch – wahrscheinlich zu kurz – durch die Ausstellungen drinnen. Eine Dauerausstellung beschäftigt sich mit Alfred Nobel, es gibt noch weitere wechselnde Ausstellungen, die sich immer mit dem großen Thema “Frieden” beschäftigen.

Nobel Friedenszentrum OsloAuf dem Platz vor dem Friedenszentrum gibt es einige Wagen und Stände mit internationalem Streetfood. Das passt gut, jetzt, wo ich gut die Hälfte meines Stadtspaziergangs hinter mir habe.

Anschließend bewege ich mich zum ersten Mal vom Fjord weg und laufe in Richtung Karl Johans Gate. Die Straße ist die Prachtmeile Oslos, es gibt hier eine Menge Sehenswürdigkeiten innerhalb weniger Meter.

Die Wichtigste befindet sich ganz am Ende, von mir aus links: Das Königliche Schloss von Norwegen. Hier lebt der norwegische König Harald V. mit seiner Königin Sonja. Über dem Schloss weht die norwegische Flagge, was heißt: Harald ist im Moment zuhause.

Mehr zum Thema

Hier findest du → alle meine Beiträge aus Norwegen.

Schau dir auch meine → 77 Tipps zur Planung einer Norwegen-Reise an!

Leider kann man das Schloss nur in den Sommermonaten (Ende Juni bis Mitte August) besichtigen. Aber ich habe immerhin Glück und kann den feierlichen Wachwechsel der königlichen Garde beobachten, der jeden Tag um 13.30 Uhr stattfindet.

Anschließend bummle ich über die Karl Johans Gate wieder in Richtung meines Ausgangspunktes Oslo S. Dabei komme ich an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei: Das Nationaltheater und das norwegische Parlamentsgebäude Storting liegen direkt an der Straße.

Storting Parlamentsgebäude OsloDazwischen befindet sich ein kleiner Park, in dessen Mitte sich die Eislaufbahn Spikersuppa Rink befindet. Im Winter sind hier (gratis) Schlittschuh laufen. Nur Schlittschuhe muss man entweder mitbringen oder sich für 100 Kronen im Pavillon nebenan ausleihen.

Wenn man auf dieser Höhe der Karl Johans Gate einen kleinen Schlenker macht, ist man schnell an der norwegischen Nationalgalerie und am historischen Museum. Ich spare mir den Weg aber heute – Sonne pur in Oslo, sagte ich ja schon 😉

Die Karl Johans Gate ist übrigens eine Innenstadtmeile, wie man sie aus jeder Stadt Europas kennt. Heißt: Neben den Sehenswürdigkeiten geht es vor allem um Shopping, Shopping und nochmal Shopping – bis zum Hauptbahnhof, der jetzt nur noch wenige Meter entfernt ist.

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Mehr Highlights: Holmenkollen & Grünerløkka

Holmenkollen Skischanze Oslo

Holmenkollen: Die älteste Skischanze der Welt

Etwas außerhalb, am Stadtrand Oslos, steht eines der Wahrzeichen der Stadt: Die Skisprungschanze am Holmenkollen. Hierher kommt man am besten mit der Bahn – direkt an der Sportanlage befindet sich der gleichnamige Bahnhof.

Wenn man keine Höhenangst hat, kann man die Stufen der Sprunganlage komplett hinauf steigen und hat von oben den vielleicht besten Ausblick über die Stadt. Wer nachfühlen will, was die Skispringer bei der Abfahrt erleben, hat zwei Möglichkeiten: Am nächsten kommt dem die Zipline, die man entlang der 361 Meter hohen Sprungschanze herunterfahren kann. Allerdings kostet der Spaß stolze 730 Kronen, weshalb ich darauf verzichte.

Eine Alternative dazu ist der Ski-Simulator, der am Fuß der Sprungschanze im Skimuseum steht (95 Kronen/10 Euro).

Ich habe den Holmenkollen übrigens auch für eine sehr schöne Wanderung durch die Nordmarka genutzt. Mehr dazu gibt es im Abschnitt mit meinen Entdeckungen und Insidertipps für Oslo.

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Hipster- und Szenestadtteil Grünerløkka

Stadtteil Grünerløkka OsloDas nächste Highlight in Oslo, das man unbedingt gesehen haben sollte, ist ein ganzer Stadtteil: Grünerløkka. Grünerløkka ist der hippe Stadtteil, bedeutet also für Oslo das, was Friedrichshain für Berlin bedeutet oder die Sternschanze für Hamburg: Viele junge Leute, jede Menge netter Bars, Cafes und Restaurants. Plattenläden fehlen natürlich genauso wenig wie Second-Hand-Shops und kleine Boutiquen.

Zum Dasein als Szeneviertel gehört wie fast überall in Europa eine Geschichte der Gentrifizierung und Verdrängung von alteingesessenen Bewohnern. Vor 30 Jahren war Grünerløkka ein Arbeiterviertel mit viel Industrie.

Klar kann (muss?) man solche Entwicklungen kritisch sehen, trotzdem finde ich Grünerløkka schön und ich habe während meines Oslo Trips hier auch meine Ferienwohnung gehabt (–> Unterkünfte in Oslo).

Oslo Grünerløkka Kunsthochschule

Die alten Industriebauten werden mittlerweile anders genutzt: die Kunsthochschule befindet sich ebenso in einem alten Industriekomplex wie auch das Konzerthaus Vulkanarena und die Mathallen, eine moderne Markthalle mit jeder Menge wirklich gutem Essen.

In Grünerlokka habe ich mich oft tagsüber oder abends einfach treiben lassen. Besonders viel los ist rund um den Olav Ryes Platz, der sozusagen das Zentrum Grünerløkkas ist. Hier wird man auf jeden Fall fündig, wenn man nette Kaffees oder kleine Restaurants sucht.

Mir hat es auch im Sophienpark gefallen und in den Grünflächen rund um den Fluss Akerselv zwischen Mathallen und Kunsthochschule.

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Leider verpasst: Bygdøy mit Vikingskip- und Thor-Heyerdahl-Museum

Zwei (oder eigentlich drei) weitere Sehenswürdigkeiten, die ich vor der Oslo Städtreise auf meinem Zettel stehen hatte, habe ich mir leider nicht angeschaut. Grund war eine Kobination aus Wetter (zu gut) und Zeit (zu wenig).

Wirklich sehr ärgerlich ist, dass ich es nicht ins Kon-Tiki-Museum geschafft habe. Der Abenteurer Thor Heyerdahl ist norwegischer Nationalheld und ein bisschen auch mein persönlicher Held. Er überquerte mit seinem Basaltfloß Kon Tiki den pazifischen Ozean – eine einfach unglaubliches Abenteuer und eine enorme Leistung! Das Floß steht hier im Kon-Tiki-Museum im Original.

Als Segelfan hätte ich mir auch das Wikingerschiffmuseum gerne angeschaut.

Beide Museen befinden sich (mit zahlreichen weiteren Museen) auf der Halbinsel Bygdøy – dort soll es außerdem schöne Strände und Wandermöglichkeiten geben. Immerhin: So habe ich jetzt ein paar gute Gründe, nochmal für ein paar Tage nach Oslo zu reisen.

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Aufgestöbert: Meine Insidertipps für Oslo

Grünerløkka Oslo Streetart

Ausgehen in Oslo: Restaurants, alternative Bars und Cafes

Bevor man in Norwegen und besonders in Oslo ausgeht, muss man eines wissen und akzeptieren: Es wird deutlich teurer werden als in Deutschland. Das günstigste Bier auf der Karte kostet in der Regel 70 Kronen (7 Euro). Ein einfaches Hauptgericht wie ein Burger oder eine Pizza geht meist bei 170 Kronen (18 Euro) los.

Mein Tipp dazu: Versuche, die Preise auszublenden, während du in einem Cafe, in einer Bar oder einem Restaurant bist und bestelle im selben Umfang, wie du es auch Zuhause tun würdest. Wenn du den ganzen Abend darüber nachdenkst, wie unverschämt teuer dein Bier doch ist, dann wirst du keinen Spaß haben (ich spreche da aus Erfahrung…).

Mein liebstes Restaurant in Oslo heißt “The Hitchhiker”. Ich mag es aber nicht nur wegen des Namens: Die Küche lässt sich von Streetfood aus aller Welt inspirieren und kombiniert das untereinander oder mit typisch norwegischen Gerichten. Wirklich lecker und schöne Reise-Atmosphäre! “The Hitchhiker” befindet sich im oberen Bereich der Mathallen in Grünerløkka.

Oslo Essen Mathallen GrünerløkkaIm unteren Bereich gibt es ebenfalls eine Menge guter Läden aus aller Welt, von denen die meisten aber eher Imbisscharakter haben. Ganz unten im Keller der Mathallen gibt es einigen nette Bars. Im “Smelteverket” fand gerade ein schönes, kleines Jazzkonzert statt, als ich zufällig hinein kam – es gibt dort wohl regelmäßig gute Livemusik.

Unten am Hafen war ich im “Døgnville” Burger essen. Dazu gab es gutes Craft-Beer – ein schöner Laden. Ein zweites Restaurant vom selben Besitzer und mit dem selben Namen gibt es neben der Mathallen.

Verschiedene Wagen und Stände mit Streetfood stehen an verschiedenen Tagen im Wechsel auf dem Platz an der Akers Brygge, vor dem Theater in der Karl Johans Gate und am Neuen Opernhaus.

Geheimtipp Oslo AusgehenZum Trinken und Feiern gehen in Oslo fand ich das Kulturhuset ziemlich perfekt für meinen Geschmack. Ich war mit Freunden meiner norwegischen Freunde dort, und sonst hätte ich es wohl auch nicht gefunden.

Und das, obwohl es sich um ein ganzes, mehrstöckiges Haus am Youngs Platz im Zentrum handelt. Auf den drei Etagen gibt es verschiedene Räume, die im Grunde genommen alles eigene Bars sind.

Das riesige Haus wird für kulturelle Veranstaltungen aller Art genutzt. Als ich im Kulturhuset war, tobte im Erdgeschoss eine Balkan-Party, während ich mir darüber einen Dokumentarfilm über Raverkulturen auf der ganzen Welt ansah. Anschließend pendelte ich zwischen zwei gemütlichen Bars hin und her – ein gelungener Abend.

Vielleicht wichtig zu wissen, falls du auf deiner Oslo Reise hier vorbei schauen willst: Abends gibt es Alterskontrollen am Eingang, die Altersgrenze hängt von den Veranstaltungen ab und manchmal ist der Eintritt nur für über 20-, 21- oder auch 24-jährige zugelassen.

Blitzhuset Oslo StädtreiseVom Veranstaltungsspektrum dem Kulturhuset ähnlich ist das Blitzhuset in der Pilestredet – nur ist hier alles viel politischer. Das Blitzhuset ist seit 1982 von der linken und antifaschistischen Szene Oslos besetzt. Hier finden Diskussionsveranstaltungen statt, es gibt Debattierklubs und ein Radiosender wird von hier betrieben. Dazu natürlich regelmäßige Konzerte, meist Punk, Hardcore oder Elektro.

Ich war an einem Nachmittag im Cafe des Blitzhuset. Dies ist vielleicht der einzige Ort in Oslo, in dem im Gebäude geraucht werden darf, dazu gibts (für norwegische Verhältnisse) sehr günstigen Kaffee und gutes, veganes Frühstück (meist ab circa 12 Uhr).

Ich habe mich mit einigen sehr netten Leuten unterhalten und mich sehr wohl gefühlt. Wer allerdings einen gesteigerten Wert auf Style und Sauberkeit, ist hier nicht richtig – stattdessen gibt es hier eben Graffiti und volle Aschenbecher.

Mitten in Oslo, direkt am Fjord, gibt es dann noch eine ur-gemütliche und sehr typisch norwegische Cafe-Kneipe in einem Bootshäuschen aus Holz – dazu dann aber mehr weiter unten beim nächsten Punkt.

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Wellness: Zwei sehr, sehr coole Saunen in der City

Bei meinen ersten Besuchen in Norwegen war ich erstaunt, und auch ein bisschen enttäuscht, als ich feststellen musste: Die Saunakultur ist in Norwegen gar nicht so verbreitet, wie man sich das in Deutschland gemeinhin so vorstellt. Das ganz große Ding sind Saunen wohl nur in Finnland.

Umso mehr habe ich mich gefreut, zwei wirklich coole Plätze zum Saunieren in Oslo zu finden:

Salt: „Die Hard“ in der Riesen-Sauna

Salt Music Art Oslo SaunaDas Salt ist ein wirklich außergewöhnlicher Ort, der kaum zentraler in Oslo gelegen sein könnte: Direkt gegenüber der Neuen Oper steht ein auffälliges Konglomerat aus Holzgebäuden. Ein Langhaus, zwei angedeutete Langhäuser und ein “Naust” (Bootshaus).

Im Naust befindet sich ein Cafe, das mit fortschreitender Uhrzeit langsam mehr und mehr zur Bar wird. Kaminfeuer, Schaffelle an den Wänden, Brettspiele und Bücherregale, kurz: So typisch norwegisch, wie es nur eben geht.

Doch das wirklich Highlight versteckt sich hinter dem Naust: Es gibt hier mehrere Saunen. Allerdings nicht irgendwelche X-beliebige! Dreieinhalb Sherryfässer mit je 7.000 Litern Fassungsvermögen stehen hier. Drei dienen als Saunen und das halbe Sherryfass ist gefüllt mit Eiswasser – das Tauchbecken für nach dem Saunagang.

Sauna Oslo SaltAus den Sauna-Fässern blickt man auf das Opernhaus und den Oslofjord, den man übringens auch als Tauchbecken nutzen kann – eiskalt ist der jetzt im November auch.

In dem Langhaus gibt es dann eine der größten Saunen der Welt. 120 Leute passen hier gleichzeitig hinein, eine Giebelwand ist komplett verglast und gibt ebenfalls den Blick auf Fjord und Oper frei. Vier Saunaöfen heizen die Riesen-Sauna auf – relativ entspannte (und geschätzte) 60 Grad auf.

Heißer sollte es hier auch nicht sein, denn: In dieser Sauna finden Konzerte statt. Und es laufen Kinofilme. Die Filmauswahl ist durchaus humorvoll. Jedenfalls kann ich jetzt von mir behaupten, “Die Hard” in einer Sauna geguckt zu haben!

Dazu gab’s dann ein Bier und ich konnte mir wenig vorstellen, was ich in dem Moment lieber getan hätte – ich kam aus dem Schmunzeln gar nicht mehr heraus.

Fjord Sauna OsloWichtig zu wissen für Deutsche: In Norwegen geht man, wie in den meisten anderen Ländern aber anders als in Deutschland (und Finnland!), nicht nackt in die Sauna und behält stattdessen sein Badezeug an. Das muss man selber mitbringen, Handtücher kann man sich gegen Gebühr (50 Kronen/ 5,50 Euro) leihen – der Eintritt in die Sauna kostet 195 Kronen (20 Euro).

Die Saunen öffnen im Salt nur am Wochenende (Freitag bis Sonntag), das Cafe ist aber die ganze Woche über geöffnet und es finden auch fast täglich Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen statt.

Floß-Sauna im Oslofjord

Floß Sauna Oslo FjordDas Salt habe ich auf meinem Stadtrundgang durch die City gefunden – es liegt genau zwischen dem Neuen Opernhaus und der Akershuis Festning. Noch vorher, also zwischen Salt und Oper, fiel meine Aufmerksamkeit auf ein Holzfloß, das hier an der Kaimauer liegt.

Auf diesem Floß befindet sich ebenfalls eine Sauna! Leider konnte ich sie nicht ausprobieren, denn es fährt nur heraus, wenn sich eine Gruppe von mindestens drei Personen gefunden hat.

Meine Freundin mag Saunen nicht, und ich hatte nach der Entdeckung keine Zeit mehr, zwei Leute aufzutreiben, die Lust hätten. Bei meiner nächsten Oslo Städtereise werde ich aber ganz sicher im Vorfeld zwei Leute auftreiben, die diese Sauna mit mir besuchen, denn: Eine schwimmende Sauna! Auf dem Fjord! Mitten in Oslo! Vor der Oper!

Sorry für meinen Überschwang, aber das finde ich wirklich ziemlich genial. Ich liebe Saunen, gerade jetzt, im Winter. Mir geistert die ganze Zeit die Idee im Kopf herum, mir selber so eine Floß-Sauna zu bauen und die in den Stongfjord vor meiner Haustür zu legen.

Jedenfalls hat die Sauna in Oslo 12 Plätze und man muss sie im Vorhinein buchen. Dafür bekommt man auch einen Sauna-Meister dazu. Man muss mindestens zu dritt sein, dann kostet der Spaß 600 Kronen (61 Euro). Für vier Personen sind es 800 (82 Euro) Kronen, ab fünf bis zwölf Personen bezahlt man 1000 Kronen (103 Euro).

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Wandern in Oslo: Nordmarka, Ullevålseter, Holmenkollen

Wandern Olso NordmarkaDie große Stärke von allen norwegischen Städten: In die Natur und die Wildnis geht es zu Fuß oder mit der U-Bahn. 24 Minuten braucht man mit der U-Bahn vom Osloer Hauptbahnhof bis zur Station Songsvann.

Steigt man dort aus, kann man nicht mehr erkennen, dass man sich in einer europäischen Hauptstadt befindet: Man steht im Wald, vor einem liegt ein See. Rund um den See “Songsvann” stehen noch Laternen, die befestigte Wege beleuchten, die zum Beispiel von Joggern genutzt werden.

Geht man ein bisschen weiter, steht man mitten in der Natur: Mischwald aus Birken, Fichten und Kiefern, immer wieder Bäche, die die schmalen Weg kreuzen. Die Nordmarka. Das Freizeitgebiet für die Osloer. Ein Gebiet wie gemacht für Wanderer, Mountainbiker und Sik-Langläufer im Winter. Ausgeschilderte Wege führen kreuz und quer durch dieses Waldgebiet.

Ich bin hier mit Freunden unterwegs, die kürzlich von Bergen nach Oslo gezogen sind, und wir wollen zum Ullevålseter, eine recht große, bewirtschaftete Hütte mitten im Wald.

Ullevålseter Oslo WandernDie Wanderung dorthin dauert knapp zwei Stunden und führt über Waldwege. Im Gegensatz zu den Wanderungen, die ich aus Fjordnorwegen im Westen des Landes kenne, sind die Steigungen ziemlich entspannt.

Im Ullevålseter machen wir Rast, es gibt heiße Schokolade und das Tagesgericht, Linsensuppe auf indische Art.

Eigentlich wollten wir hier einfach umkehren, aber dann erzählen mir meine Osloer Freunde, dass man von hier aus auch zum Holmenkollen wandern kann. Diese Sehenswürdigkeit wollte ich mir ja eh anschauen, also beschließen wir, weiter zu wandern.

Zwei Stunden führt unser Wanderweg uns durch die Wälder der Nordmarka, immer wieder kreuzen wir andere Wanderwege. An einer Stelle haben wir einen Ausblick auf den Oslofjord und die City – leider schimmert beides nur blaß durch den Nebel, der unten im Tal liegt.

Schließlich kommen wir am Holmenkollen an. Zum Abschluss der Wanderung eine der größten Sehenswürdigkeiten Oslos – perfekt.

Wandern Olso HolmenkollenMein GPS-Track ist zweigeteilt, weil ich ja noch nicht wusste, dass ich die Wanderung vom Ullevålseter bis zum Holmenkollen fortsetzen würde. Trotzdem sollte er auf dem GPS-Gerät oder auf der Wander-App brauchbar sein (Rechtsklick und dann speichern):

GPS-Track 1: Sognsvann – Ullevålseter

GPS-Track 2: Ullevålseter – Holmenkollen

Wenn du weitere oder andere Wanderungen in Oslos Nordmarka unternehmen willst, ist eine Wanderkarte für die Gegend auf jeden Fall sinnvoll. Zwar sind die Wanderrouten ausgeschildert, aber es gibt einfach so ein großes Labyrinth an Wanderwegen, dass eine Karte die Orientierung deutlich einfacher macht.

Mehr zum Thema

Hier findest du mehr → Wanderberichte aus Norwegen.

Noch mehr Tipps und Routen gibt’s in meinem → Wanderführer für Norwegen.


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Ein aufstrebender Stadtteil: Grønland

Stadtteil Grønland OsloDer Stadtteil Grønland liegt zwar super-zentral in Oslo direkt hinter dem Hauptbahnhof. Trotzdem findet man ihn in kaum einem Reiseführer auf den obersten Plätzen. Der Grund dafür: Grønland ist traditionell eine Art “Armenhaus” der Stadt und damit so etwas wie das Schmuddelkind unter den Osloer Stadtteilen.

Das ist es auch heute noch: Grønland ist einer der wenigen Orte in Norwegen, an dem einem bewusst wird, dass es auch hier Armut gibt. Der Ausländeranteil ist höher als überall sonst in Norwegen.

Hier gibt es Phänomene, die ich aus deutschen Städten sehr gut kenne, aus Norwegen aber so gar nicht gewöhnt bin: Graffiti, schäbige Hinterhöfe, Grasdealer und schnorrende Punks.

Diese Gemengelage hat aber auch positive Effekte: Kommt man vom Bahnhof nach Grønland, fällt einem sofort das laute und quirlige Leben auf der Straße auf, das nicht unbedingt typisch ist für Skandinavien.

Oslo Grønland StreetlifeHier gibt es noch richtige Gemüsehändler mit einer bunten Auslage auf der Straße. Ich entdecke hier den ersten Straßenmusiker meines Oslo-Trips und werfe ihm fünf Kronen in seinen Hut.

Die Tische vor den Cafes und Kneipen sind voll besetzt – man trinkt Tee, Kaffee, oder auch schon das erste Bier des Tages. Das Bier ist hier in Grønland übrigens billiger als im ganzen Rest des Landes: “Nur” 50 Kronen bezahlt man hier für das große Glas.

Bezahlbar ist auch das gute Essen, das die Einwanderer nach Grønland gebracht haben: Es gibt hier eine Menge kleiner Restaurants und Imbisse mit arabischen, afrikanischen oder asiatischen Gerichten.

Ich lasse mich einfach treiben durch die Straßen und Gassen Grønlands und bei einem Döner auf die Hand fühle ich mich ein bisschen an Berlin-Kreuzberg erinnert. “Arm aber sexy” hieß es dort ja mal – passen würde das auch hier.

Oslo Grønland StraßenBeim Bummeln stoße ich auf eine Menge kleiner Bars und Kneipen, Trödelläden und Billigshops. Aber auch die größte Gefängnisanlage Norwegens steht in Grønland und ist (un-)passenderweise vom wunderschönen Grønlandspark umgeben.

In Grønland gibt steht außerdem die Zentralmoschee Oslos mit wunderschönen Mosaiken an ihrer Fassade, es gibt weitere Moscheen und interkulturelle Begegnungsstätten.

Ich glaube, meine Theorie ist nicht allzu gewagt: Es wird nicht mehr all zu lang dauern, bis Grønland der angesagteste Stadtteil in Oslo ist.

Für mich war Grønland auf jeden Fall ein toller Kontrast zum eher feinem, sauberen und schicken Rest Oslos.

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Praktische Tipps für deine Oslo Städtereise

Übernachten in Oslo

Übernachten in Oslo

Weil ich zusammen mit meiner Freundin in Oslo war, habe ich mich für eine Ferienwohnung entschieden, statt couchzusurfen oder im Hostel zu schlafen.

Sie befand sich im Stadtteil Grünerløkka. Für mich war das eine gute Entscheidung: Ich mag den Stadtteil, es gibt hier jede Menge Restaurants und Bars für die Abende, außerdem wohnen hier viele junge Leute, so dass wir uns hier sehr wohl fühlten.

Bei meiner nächsten Oslo Reise würde ich darüber nachdenken, mir eine Ferienwohnung in Grønland zu nehmen – einfach, um diesmal woanders zu wohnen, und weil ich es dort auch sehr angenehm fand. Außerdem liegt Grønland noch eine Spur zentraler, was ja auch nie schlecht ist.

Wie bei allen Unterkünften lohnt es sich auch bei Ferienwohnungen extrem, sich beim Buchen Zeit zu lassen und gründlich zu vergleichen.

Der Platzhirsch mit dem wahrscheinlich größten Angebot ist auch in Oslo Airbnb. Wenn du das Portal noch nicht genutzt hast, bekommst du eine Gutschrift über mindestens 30 Euro, wenn du dich über diesen Link anmeldest.

Eine gute Alternative zu Airbnb ist das Portal fewo-direkt.de. Außerdem habe ich beobachtet, dass das Angebot auf holidu.de stätig wächst und immer interessanter wird.

Wenn ich alleine reise, dann bin ich lieber bei Couchsurfern oder im Hostel. Da kommt man für meinen Geschmack am einfachsten in Kontakt mit anderen Reisenden. Nach Hostels suche ich meist bei booking.com.

Ich bin nicht so ein großer Fan von Hotels, die sind mir meist zu unpersönlich. Eigentlich schlafe ich nur in Hotels, wenn ich berufliche Termine habe, bei denen es wichtig ist, ausgeschlafen zu sein.

Wer allerdings mehr Wert auf Komfort legt als ich: HolidayCheck oder booking.com sind meiner Erfahrung nach gute Anlaufstellen für die Suche nach Hotels – sicher auch in Oslo.

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Einpacken für Oslo

Einpacken Oslo StädtetripWirf einen Blick auf diese beiden Packlisten, um herauszufinden, was du bei deiner Oslo Städtereise dabei haben solltest:

Reiseführer für Oslo

Eigentlich sollte dieser Artikel für deinen Trip nach Oslo vollkommen ausreichen 😉

Okay, ernsthaft: Wenn du nur ein langes Wochenende oder 5 Tage in Oslo bist, dann findest du hier wahrscheinlich wirklich genügend Aktivitäten für deinen Trip. Wenn du länger in Oslo bist oder einfach Bock auf mehr Hintergrundinfos hast, dann hilft so ein richtiger Reiseführer natürlich.

Ich besitze eh die Norwegen Reiseführer von Lonely Planet und Rough Guides. Die reichten mir für die Planung meiner Oslo Reise aus. Wenn du Lust hast, noch intensiver zu planen und auch noch tiefer gehende Infos zu Oslo selber zu bekommen – ich würde einen Blick auf diese Reiseführer werfen:

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Unterwegs in Oslo: Nahverkehr und Stadtfahrräder

Oslo Nahverkehr UbahnWie kaum anders zu erwarten hat Oslo einen hervorragenden öffentlichen Nahverkehr. Es gibt sechs U-Bahn-Linien, dazu die Straßenbahnen und diverse Stadtbusse. Die U-Bahn heißt in Oslo “T-banen”, was übrigens für “Tunnelbahn” steht. Die Straßenbahnen heißen “trikken”.

Das Ticketsystem ist relativ einfach. Dieselben Tickets gelten für alle Verkehrsmittel – T-banen, Trikken, Busse und auch alle Fähren (außer der Fähre zur Bygdøy im Sommer). Der ganze City-Bereich gehört zur Zone 1.

Einen Routenplaner findet man auf ruter.no, das auch Apps anbietet. Bescheuerterweise sind es zwei Stück: Eine für die Reiseplanung und Fahrpläne, die Andere zum Tickets Kaufen. Mir leuchtet es absolut nicht ein, warum man dafür zwei Apps braucht.

Trotzdem habe ich mir für meine Oslo Reise beide heruntergeladen und auch beide viel benutzt. Denn das Ticketsystem in Oslo hat eine Besonderheit: Beim Fahrer kann man zwar Tickets kaufen, sie kosten aber fast das Doppelte (55 statt 33 Kronen).

Es gibt so gut wie keine Ticket-Automaten an den Stationen. Und wenn, dann kann man nicht bar zahlen, sondern nur mit Kreditkarte. Will man bar zahlen, sind die Kiosks von Narvesen, 7-Eleven und Deli de Luca die einzigen Alternativen. Am praktischsten ist aber eben die App.

Übrigens ist die Kreditkarte in Norwegen eigentlich immer das bevorzugte Zahlungsmittel. Es gibt immer wieder Situationen, in denen man entweder gar nicht bar zahlen kann, oder die Barzahlung ist teurer als die mit Karte. Ich benutze die Kreditkarte von der DKB.

Vom Flughafen Oslo Gardamoen ins Zentrum

Bei einer normalen Städtereise nach Oslo wird man nur ein einziges Mal eine andere Zone brauchen als Zone 1: Bei der Reise vom Flughafen Gardamoen in das Zentrum.

Es gibt vom Flughafen einen Expresszug ins Zentrum (170 Kronen). Überall am Flughafen wird auf diesen hingewiesen. Es fahren aber auch ganz normale Regionalzüge in die Stadt, die nur die Hälfte kosten (90 Kronen) – und auch nur acht Minuten länger brauchen (30 Minuten statt 22).

Die Regionalzüge findet man auch über ruter.no. Das macht übrigens Probleme, wenn man “Gardamoen Flyplass/Airport” eingibt – es funktioniert mit “Gardamoen omrade” (=Umgebung). Ihr merkt, so richtig glücklich gemacht hat mich ruter.no nicht – es gibt aber meines Wissens keine Alternative dazu.

Außer natürlich: Man greift auf das Stadtfahrrad-Verleihsystem zurück, das Oslo wie fast jede europäische Großstadt ebenfalls anbietet. Ich habe es nicht genutzt, weil es mir im November zu kalt war. Für den Sommer ist das aber eine gute Sache – Oslo ist jetzt nicht so riesig und deshalb lässt sich eigentlich der ganze Stadtbereich ganz wunderbar per Fahrrad erkunden.

Es gilt das gleiche Prinzip wie überall: Über die ganze Stadt verteilt liegen Abhol- und Abgabe-Stationen mit Fahrrädern, das Leihen funktioniert per App und Kreditkarte und es ist billig (5 Kronen für 15 Minuten)

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Hast du noch Tipps für Oslo? Oder Fragen?
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