Berlin: 5 alternative Spots in Kreuzberg und Friedrichshain

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Berlin: 7 alternative Spots in Kreuzberg und Friedrichshain

Als ich kürzlich in Berlin war, habe ich mich auf die Suche nach alternativen Spots in Kreuzberg und in Friedrichshain gemacht. Also Orte, die in keinem Stadtführer stehen, Orte, die gefunden werden wollen. Ich hatte es aber relativ leicht: Ich habe einige Freunde, die seit Jahren in diesen Stadtbezirken leben – und mich gerne herumgeführt haben.

Aber auch ohne „meine Jungs in Berlin“ ist es in Berlin im Allgemeinen, und in Kreuzberg und Friedrichshain im Speziellen, nicht schwer, spannende Orte zu finden. Ich habe mich dafür auf ein klappriges, altes Damenrad geschwungen, das einer meiner Kumpels noch im Keller hatte.

Aber auch zu Fuß sind Entdeckungsreisen in den beiden Stadtteilen kein Problem: An fast jeder Ecke bieten sich Fotomotive, die einem wahrscheinlich in keinem anderen Zentrum irgendeiner Hauptstadt dieser Welt über den Weg laufen.

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Also packte ich meine Kamera ein, einen ausreichenden Vorrat an Quartiermeistern – so heißt das Non-Profit-Bier hier in Kreuzberg – und machte mich auf eine außergewöhnliche Tour in zwei außergewöhnlichen Quartieren. Bier im Rucksack, die Sonne scheint, alte Kumpels unter sich – was für ein perfekter Samstag Nachmittag im Frühling!

Während unserer Tour habe ich eine Menge Bilder gemacht, meine Instagram-Freunde haben sie vielleicht schon gesehen. Hier sind meine Lieblingsorte und die passenden Bilder dazu direkt aus meinem Instagram-Feed:

1. Görlitzer Park – Edelweiß – Schwarzlicht-Minigolf – Schwimmbad


Wir starten unsere Tour in Kreuzberg mit einem Bierchen im Görlitzer Park, der nun kein echter Geheimtipp mehr ist, den ich aber trotzdem erwähnen will. Zu zweifelhafter Berühmtheit kam der „Görli“ wegen der zahlreichen Dealer, die hier Gras verticken.

Deshalb beschloss das Kreuzberger Bezirksamt im letzten Winter, dass man versuchen möchte, hier nach niederländischem Vorbild einen Coffeeshop zu eröffnen. So könnte man den Dealern die Geschäftsgrundlage nehmen und sie so vertreiben. Noch ist es aber nicht soweit und es ist fraglich, ob es jemals soweit kommt.

Wie dem auch sei: Sobald die Sonne heraus kommt, hängt über dem „Görli“ eine Graswolke. Im Park chillt derweilen der „typische“ Kreuzberger, also so ziemlich jeder vom Yuppie in der Mittagspause, über den linken Studenten und den arbeitslosen Dauerkiffer bis hin zum Berlintouristen mit der Kamera.

Das gibt es noch im Park: das Edelweiß (Cafe/Bar/Terasse/Club), Indoor-Minigolf mit Schwarzlicht, ein Schwimmbad.

2. Landwehrkanal – Görlitzer Ufer – Floßkino


Unser nächstes Bierchen tranken wir am Landwehrkanal am Görlitzer Ufer. Für uns war das an diesem Frühlingstag zunächst „nur“ ein schöner, kleiner Park mit Blick aufs Wasser.

Doch diese Ecke an der Grenze zwischen Kreuzberg, Friedrichshain und Treptow hat im Sommer noch etwas besonderes zu bieten: Das Floßkino. Hier präsentieren Filmemacher an Donnerstag abends ihre Independent-Filme. Die Leinwand steht auf einem Floß im Kanal und die Filmemacher sind direkt vor Ort und erzählen noch etwas zu ihren Werken. Bis es dunkel genug für den Film ist, spielen Musiker aus aller Welt.

Mehr Infos zu Terminen, Filmen und Bands findet ihr hier.

3. Club der Visionäre – Arena Club – Streetart


Jetzt kommen wir auf ein Veranstaltungsgelände, das sich so wahrscheinlich wirklich nur in Berlin findet. Flaggschiff ist der Club der Visionäre: Holzterassen am Spreeufer, bunte Lichterketten und weiße Sonnensegel – und das Ganze Open Air, versteht sich.

Täglich legen DJs hier feinen Elektro- und Minimalsound auf – hier gibt es also die „typischen“ Berlin-Parties. Einziger „Nachteil“: Das entdecken auch die zahlreichen Berlin-Touristen, so dass hier meist eine Menge davon zu finden sind. Ach, fast hätte ich vergessen: Auch auf dem clubeigenen Schiff, der  „Hoppetosse“ wird getanzt.

Auch hier befinden sich die zahlreichen Locations des Arena-Clubs. Auch er hat sein eigenes Partyboot zum Feiern auf der Spree, das „Badeschiff“. Dazu kommen eine alte Industriehalle für Konzerte, ein Club, das Glashaus, eine Strandbar…

Auf dem ganzen Gelände findet man eine Menge Graffitis und Streetart, zum Beispiel gebastelt aus alten Autowracks – eigentlich wäre das einen eigenen Beitrag wert. Später, jetzt müssen wir weiter.

4. Cuvrybrache


Langsam werde ich hier immer hippie-esker. Die Cuvrybrache ist ein brachliegender Platz direkt am Spreeufer, auf dem sich freiheitsliebende Menschen in Zelten, Bretterhütten, Wohn- und Bauwagen niedergelassen haben, um hier ihr selbstbestimmtes Leben zu führen.

Die Bewohner bieten hier Kurse in asiatischen Brettspielen an und lassen sich dafür in Bitcoins bezahlen, erarbeiten eine öffentliche, alternative Bibliothek, erstellen Open-Source-Software und kümmern sich um allerlei sonstige Belange – ich finde solche Projekte extrem sympathisch und muss zugeben, dass ich selbst gerne ein echter Hippie wäre.

An der Häuserwand im Hintergrund befindet sich ein riesiges Gemälde des italienischen Streetart-Künstlers Blu. Er hat noch einige andere Bilder in Berlin platziert, einige weitere davon findet ihr in meinem Instagram-Feed.

Falls ihr hier vorbei schauen solltet: Ihr seid willkommen, aber bitte denkt daran, dass ihr Gäste in einem privaten Wohnbereich seid! Die Bewohner haben kein Interesse an Kamera behangenen Touristen, die in ihrem Wohnzimmer herum trampeln. Investoren, Polizei, und (ich nehme an) Verfassungsschutz machen ihnen genug Probleme – bitte schaut hier nur vorbei, wenn ihr euch für die Sache interessiert!

Nachtrag: Die Cuvrybrache wurde geräumt und sie wird bebaut, der Künsterl Blu hat sein geniales Werk aus Protest gegen diesen und andere Akte der Gentrifizierung in Berlin schwarz übermalt – diesen Punkt gibt es also inzwischen nicht mehr.

5. Ruine Alte Eisfabrik


Ich habe ein Faible für verlassene Orte und Ruinen. Hier hat mir meine Berliner Connection die Ruine einer alten Eisfabrik nahe des Ostbahnhofs gezeigt. Betreten verboten, Einsturzgefahr, aber man kommt durch den Zaun. Auch hier streichen Künstler herum, um ihre Fotos und Filme zu machen und es gibt coole Graffiti.

Über diesen Spot kann ich euch, außer, dass ich es dort ganz cool fand, nichts weiter erzählen. Vielleicht weiß ja jemand von euch was?

Hier ist jedenfalls noch eine Karte, damit ihr auch schön überall hin findet:

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Disclosure: In Berlin habe ich kostenfrei in einer Ferienwohnung von GoWithOh gewohnt – so hatte ich die Möglichkeit, diese Spots für euch zu finden.

8 KOMMENTARE

  1. Bin deiner Meinung Jana war und ist ein klass Blog. Frher habe ich mir das mal in Live angesehen. Ist aber schon gut 2 – 3 Jahre her. Habe derzeit keine weiteren Infos seither.

  2. Zum deine Frage beantworten – Man kann den Beitrag jeweils bis zum nächsten Mittwoch einbinden – du hast also noch volle drei Tage Zeit 😉

  3. Eisfabrik, my dear! Ist schon schön da oben, wir haben da mal Silvester gefeiert aber seit die Obdachlosen da eine Gruppe Partymacher angegriffen haben und daraufhin von der Polizei vertrieben wurden ist da regelmäßig Wachschutz am Start, und die sollen auch ziemlich hart durchgreifen nach dem was man so hört. Was auch noch wirklich schön ist hier: der Markt am Maybachufer, immer Dienstags und Freitags, ein richtig schöner multi-kulti-Markt mit allem möglichen Essen, Klamotten und Krams. Kann ich nur empfehlen 🙂

    • Hi – danke für die den Maybachufer-Tipp! Werde ich mir bei meinem nächsten Berlin-Besuch mal anschauen! Die Zuckerfabrik habe ich jetzt im Artikel mal umbenannt – du hörst dich an, als wüsstest du, wovon du sprichst 😉
      Liebe Grüße!

  4. Hallo Timo,

    an einigen von den Orten bin ich auch bereits „vorbeigestolpert“ 😉 Toller Artikel mir schönen Instagrams. Hast du nicht Lust damit beim Instagram Travel Thursday mitzumachen? Das ist ein wöchentliches Blogprojekt, das ich zusammen mit Anita von Travelita und Mela von Morgenmuffel.in jetzt auch nach Deutschland geholt habe 🙂 Du brauchst deinen Post nur auf einer von unseren Seiten verlinken 😉 Wir freuen uns wenn du mitmachst!!!

    Viele Grüße, Jana

    • Hi Jana,
      euer #igtravelthursday hat mich ehrlich gesagt dazu inspiriert mal ein paar Instagram-Bilder in einem Post einzubinden. Mir war nur nicht ganz klar, wie da die Teilnahmebedingungen sind – und habe außerdem leider einen Tag länger gebraucht, als gedacht 😉 Reicht es, wenn ich jetzt noch dahin verlinke?
      Lieben Gruß!

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