Wintersport: Mini-Perlen in den Schweizer Alpen

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Skigebiete Schweiz klein

Tausende von Pistenkilometern in hochalpinen Lagen, die nahezu den ganzen Winter über absolut schneesicher sind – Die Schweiz ist in Europa wohl DAS Mekka für Wintersportfans. Welchem Skifahrer sind die großen Wintersportgebiete in St. Moritz, Flims-Laax, Zermatt oder Davos-Klosters kein Begriff?

Es gibt sie aber auch hier in der Schweiz noch: Kleine, fast unbekannte Skigebiete in ursprünglichen Bergdörfern. Statt des großen Après-Ski-Klamauks warten hier kleine, aber feine Pisten und das originale, Schweizer Märchenland-Gefühl mitten in den Alpen.

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Ich war kürzlich im Schweizer Kanton Graubünden unterwegs und habe mich auf die Suche nach genau diesen Perlen gemacht. Ich bin fündig geworden und stelle euch hier drei Geheimtipps für Ski- und Wintersportgebiete in Graubünden vor.

Bergdorf Vals: Skigebiet Vals3000

Skigebiet Vals Schweiz

Als ich auf dem Weg vom Ortskern zu meinem Hotel an dem kleinen Schulgebäude des Bergdörfchens Vals vorbeilspaziere, lugen vier Kinderköpfe neugierig aus dem Fenster.

Zwar sind die Valser den Anblick von deutschen Touristen hier durchaus gewöhnt, schließlich besitzen sie eines der am höchstgelegenen Skigebiete überhaupt in der Schweiz. Trotzdem gibt es mir einen guten Vorgeschmack auf die nächsten Tage: Ziemlich genau 1.000 Einwohner hat das Dörfchen, dazu kommen etwa 1.000 Schafe und noch einmal 1.000 Betten für Wintersportler wie mich.

Jeder Tourist wird hier also von einem Valser und einem Schaf betreut.

Ich verzichte auf das Schaf (die stehen hier im Winter eh im Stall) und entscheide mich stattdessen für einen Skilehrer – mit Schafen kenne ich mich schließlich aus, im Gegensatz zum Skifahren: Ich bin absoluter Anfänger, stand im letzten Jahr zum ersten Mal überhaupt in meinem Leben auf zwei Brettern.

Freddy heißt er und ist ein richtiger „Ur-Valser“: Hier im Valsertal geboren, aufgewachsen und dageblieben. Im Gegensatz zu mir ist er extrem geduldig, als er unten im Tal meine Skills auffrischt, bevor er mich mit dem Lift auf 3.000 Meter Höhe fahren lässt, von wo aus ich die „richtigen“ Pisten herunterschießen darf.

Überhaupt ist „herunterschießen“ mein Thema in Vals: Später probiere ich mich zum ersten Mal seit gut zwanzig Jahren im „Schlitteln“ (schweizerdeutsch für Schlittenfahren). Nach einer kleinen Wanderung am Stausee Zervreila – cooler Blick auf das Zervreilahorn – donnere ich mit dem Holzschlitten durch zwei Tunnel und vorbei an zahllosen Abgründen die acht Kilometer lange Straße vom See hinunter in den Ort im Valsertal.

Bergdorf Vals Schweiz

Höhe: 1.270 bis 3.000 m

Pisten: 25 Kilometer (5 blau, 15 rot, 5 schwarz)

Lifte: Ein Gondellift, vier Schlepplifte

Skipass: 41 Schweizer Franken pro Tag ( ~ 39 Euro)

Mehr Infos zum Bergdorf Vahls und speziell zum Skigebiet

Nachhaltiges Skifahren in Tenna

Solarlift Skigebiet Tenna Schweiz

Edi Schaufelberger ist ein Bilderbuchschweizer aus einem Schweizer Bilderbuch-Bergdorf. Braun gebrannt von der Sonne in den Bergen, zurückhaltend und immer ein freundliches Lächeln auf den Lippen. Im Winter ist der 67jährige jeden Morgen der erste am Skilift und eröffnet mit seiner Abfahrt den täglichen Skibetrieb in dem 109-Seelen-Dorf Tenna.

„Mit dem Solar-Skilift haben wir riesiges Glück gehabt“, sagt er. Edi ist nämlich ein Tiefstapler – ein typischer Schweizer eben. In Wirklichkeit ist es zu einem großen Teil ihm, seiner Hartnäckigkeit und seiner ehrenamtlichen Arbeit als Chef der Solarlift-Genossenschaft zu verdanken, dass Tenna im Safiental seit vier Jahren den ersten solarbetriebenen Solar-Skilift auf der Welt besitzt.

Der Lift produziert nicht nur genügend Strom für seinen eigenen Betrieb, sondern speist täglich eine Menge Energie ins Netz ein und trägt sich so wirtschaftlich fast selber. Das Mini-Skigebiet trägt einen riesigen Anteil daran, dass das kleine Tenna in den Schweizer Alpen wirtschaftlich überleben kann.

Es gibt in Tenna nur Anfängerpisten und die sind auch noch ziemlich kurz – für mich als blutiger Anfänger ist das allerdings kein Problem. Im Gegenteil: Genau das richtige Gebiet, um relativ angstfrei herumzuprobieren und zu üben!

Außer bei Anfängern ist Tenna auch bei Familien sehr beliebt: Während die Eltern im „Pistenbeizli“, der Skihütte von Tenna, sitzen und „Schümli-Pflümli“ (Schweizer Kaffee mit Schuss) trinken, können sich die Kiddies bedenkenlos auf der Skipiste austoben.

Weiter unten muht eine Kuh, zwei Kinder führen eine Ziege über die Dorfstraße spazieren. Währenddessen erzählt Edi Schaufelberger davon, wie er „seinen“ Lift regelmäßig Fernsehsendern, überregionalen Zeitungen und internationalen Delegationen aus der ganzen Welt präsentiert.

Tenna ist vielleicht das weltweit beste Musterbeispiel für nachhaltigen Skibetrieb. Edi würde das aber so nie sagen.

Tenna Solarlift Schweiz

Höhe: 1660 bis 1780 m

Pisten: nur blaue, kurze Abfahrten (etwa 5 Minuten)

Lifte: Ein Solar – Schlepplift

Skipass: 25 Schweizer Franken ( ~ 24 Euro)

Mehr Infos zum Solarskilift in Tenna

Mehr Infos zum Safiental

Ski- und Wintersportgebiet Chur-Brambüesch

Skigebiet Chur Schneeschuh-Wandern

Ich stapfe auf Schneeschuhen durch den Wald, bis der grüne Vorhang aus Tannen sich plötzlich öffnet und den Blick freigibt auf das Tal des Alpenrheins mit Chur, der Hauptstadt Graubündens.

Das Skigebiet Chur-Brambüesch fällt etwas aus der Reihe meiner kleinen Perlen der Schweizer Alpen: Ich befinde mich hier nicht in einem winzigen Bergdorf am Ende eines Tales, sondern in der ältesten Stadt der Schweiz. Schon in der Jungsteinzeit siedelten hier Menschen.

Einige tausend Jahre später wurde hier das erste katholische Bistum nördlich der Alpen gegründet – die Kathedrale von Chur (St. Mariä Himmelfahrt) zeugt davon und ist nur ein Beispiel, wie man sich hier beschäftigen kann, wenn man nicht gerade im Schnee unterwegs ist.

Das Ski- und Wintersportgebiet Chur-Braumbüesch ist direkt vom Stadtzentrum aus per Gondelbahn erreichbar, so dass sich Kultur und Wintersport optimal verbinden lassen. Außerdem taugt Chur besonders als Klasse-Ausgangsstation für Skireisen in Graubünden: Von hier aus kommt man schnell und einfach herum, sowohl in die großen Funparks wie zum Beispiel Arosa, als auch zu meinen Mini-Perlen von oben.

Es gibt ein Kombi-Ticket, mit dem man in Chur und in Arosa Skifahren kann. Außerdem ist die Fahrt mit der Rhätischen Bahn oder mit dem Schweizer Postauto zwischen den Gebieten inbegriffen.

Skigebiet Chur Brambüesch Schweiz

Höhe: 1170 bis 2200 m

Pisten: 20 Kilometer (8 blau, 8 rot, 4 schwarz)

Lifte: 5 (2 Gondeln, 1 Sessel, 2 Schlepp)

Skipass: 42 Schweizer Franken (~ 40 Euro)

Mehr Infos zum Wintersportgebiet Chur-Brambüesch

→ Infos zum Skigebiet Arosa-Lenzerheide mit mehr als 200 Pistenkilometern

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Disclosure: Ich wurde von Graubünden Ferien auf diese Reise eingeladen.

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