Land außer Sicht?

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Land außer Sicht

Am Donnerstag war es endlich soweit: der neue Anlasser war in Ayamonte angekommen und wir haben ihn eingebaut bekommen. So hätte es eigentlich losgehen können, wenn… ja, wenn es nicht so wäre, dass Segler recht wetterabhängig sind. Für den Donnerstag Abend waren  für den Golf von Cadiz Gewitter angesagt. Lange haben wir überlegt, ob es eine Möglichkeit gibt, die irgendwie zeitlich oder örtlich zu umsegeln, haben es dann aber letztendlich nicht gewagt und unseren Start nach Cadiz auf den Freitag verlegt.

Mit Bauchschmerzen, denn auf den Sturm mit Gewittern folgt oft eine Flaute, so dass die Wetterdienste uns wenig bis gar keinen Wind vorhersagten. Trotzdem sind wir los, morgens um sieben, zunächst mit Dieselunterstützung. Das war nicht eben gut für unsere beiden erfahrenen Segler an Bord.

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Nur Antony und ich waren relativ zufrieden, ist für uns doch jeder Tag auf dem Meer ein Abenteuer. So hatte der Sturm die See ordentlich aufgewühlt, es herrschte also ordentlicher Seegang, so dass unser kleines Boot ordentlich am tanzen war mit den Wellen. Wir fanden das spannend.

Crew an Bord

Am späten Vormittag war es dann endlich soweit: ein kleines Lüftchen zog auf. Also, alle Segel hoch, Motor aus! Sehr schön, jetzt waren auch der Käptn und unser Mechaniker wieder glücklich. Anfangs machten wir nicht allzuviel Fahrt, nur so drei Knoten. Doch kurze Zeit später frischte der Wind nochmal auf, jetzt waren wir mit fünf Knoten recht gut unterwegs.

Mein Glück war dann perfekt, als von Käpt’n Phil dieser Satz kam: „Timo, ich leg mich ein bisschen in die Koje, deine Wache geht bis sechs!“ Mein Grinsen wurde immer breiter und ich machte es mir vorne an Deck, wo ich am besten unter die Segel hindurch Ausguck halten konnte, gemütlich.

Als Wachhabender ist es die Aufgabe, regelmäßig alle Geräte, Windrichtung und Kurs zu kontrollieren. Außerdem sollte man auf andere Schiffe, Warntonnen und vor allem die zahlreichen Fischerreusen achten. Fürs Boot ist es sinnvoll, die mit etwas Abstand zu umsegeln.

Was mich am meisten freute: Nur, wenn man ganz genau hinschaute, konnte man noch ein bisschen Land im Norden erkennen, sonst traf der Himmel am Horizont immer direkt aufs Meer. Genau das wollte ich doch! Ich hatte herrlichstes Segelwetter, kaum Schiffsverkehr, und außer uns keine Piraten in Sicht, nur selten musste ich den Kurs um ein bis zwei Grad ändern.

Obendrein waren sogar einmal zwei Delfine zu sehen, die sich leider aber nicht dazu entschieden, uns ein wenig zu begleiten, was häufiger vorkommt. Trotzdem war Phil zufrieden mit mir, als er gegen sechs aufwachte und die Wache übernahm.

Ich war ganz schön erschöpft, die Aufregung und Konzentration zusammen mit der Sonne und der Seeluft machen ganz schön müde. So konnte ich auch trotz des Seeganges ein par Stunden gut schlafen. Als ich aufwachte, hatte ich einen wunderschönen Sonnenuntergang verpasst, was Phil und Antony natürlich gleich auf der Kamera zeigen mussten.

Nachts an Bord eines Segelboots

Ich hatte nicht viel Zeit, mich darüber zu ärgern, denn der Mond leuchtete hell und mit den zahlreichen Sternen um die Wette. Auf See gibt es ja viel weniger Gegenlicht als an Land, so dass man den Eindruck hat, die Sterne leuchteten heller als an Land. Also legte ich mich an Deck auf den Rücken, beobachtete die Sterne und fragte mich, was man sich noch wünschen könnte für sein Glück.

Nachts um drei liefen wir in den Hafen von Cadiz ein, hinter uns lag ein 20-Stunden-Törn, 80 Seemeilen und bislang der wohl schönste Tag meines Trips. Morgen oder Dienstag geht’s weiter nach Gibraltar oder vielleicht auch nach Ceuta, der spanischen Enklave in Marokko. Auf jeden Fall bleibt’s spannend!

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1 KOMMENTAR

  1. Student müßte man sein….. Der Neidfaktor ist nicht unerheblich wenn wir deine Berichte lesen. Bei uns läuft der ganz normale besch… Alltagstrott, die beiden Omas machen uns auch zu schaffen, aber es ist halt so. Doch bald kommt der Oktober, und wenn du wieder über deinen Büchern brütest, haben wir Urlaub. Wir beiden Alten schaffen es zwar nur bis Ibiza, aber unsere Casa bedeutet Ruhe pur, und das ist wirklich Alles was wir wollen.
    Bis bald, liebe Grüße
    Helma und Ayelt

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