Interview: Die Frau für jedes Abenteuer

3
Claudia Beitsch Landrover Experience

Es gibt eine riesige Zahl an verschiedenen Möglichkeiten, wie jeder zu seinem persönlichen Abenteuer kommen kann – darum dreht sich im Grunde genommen alles hier im Bruder-Leichtfuß-Blog.

Vor kurzem war ich zu Gast bei der Qualifikation zur Land Rover Experience Tour, einem dreiwöchigen Offroad-Abenteuer, das im Herbst im australischen Outback stattfinden wird.

Diese Variante, an ein echtes Abenteuer zu kommen, ohne dabei selber zu tief in die Tasche greifen zu müssen, kannte ich zwar – hatte sie aber trotzdem nicht so richtig auf dem Schirm.

Da passte es ganz gut, dass ich bei diesem Event in Wülfrath die Berlinerin Claudia Beitsch kennen gelernt habe. Die 35jährige berichtete mir ganz nebenbei von ihren größten Abenteuern bislang: Für eine Fernsehsender machte sie sich im Winter 2010/2011 auf den Spuren von Roald Amundsen und Robert Falcon Scott auf den Weg zu einem Wettlauf zum Südpol.

400 Kilometer auf Skiern durch die Antarktis! Eine echt krasse Nummer, oder?

Mehr zum Thema:

Ein gutes Jahr später hat Claudia ihre nächste Reise gewonnen!

Der Lonely Planet verloste einen Trip nach Costa Rica!Ich war der Tourblogger und wir haben uns wieder getroffen – man trifft sich immer zweimal 🙂

Schau dir außerdem auch meine → Abenteuer-Packliste an!

Zwei Jahre später war Claudia dann unterwegs für einen Reifenhersteller im kanadischen Yukon-Territory – ein arktischer Zehnkampf stand an! Für beide Abenteuer musste sich Claudia in ähnlichen Challenges wie der Landrover Experience qualifizieren.

Ich finde das ziemlich spannend, schließlich ist es ansonsten für uns Normalsterbliche fast unmöglich, in den Genuss von solchen extremen Abenteuern zu kommen. Also habe ich mir die Claudia geschnappt und zum Interview gebeten, um mit ihr über ihre Erfahrungen zu sprechen:

Claudia Beitsch Südpol

Hallo Claudia! Schade, dass du es bei der Land Rover Experience Tour nicht ins Gewinnerteam geschafft hast! Wie hast du die Enttäuschung verdaut?

Claudia: Ich war direkt bei der Verkündung schon enttäuscht. Wer will denn nicht nach Australien? Da grübelt man schon hier und da, was man hätte besser machen können und woran es denn letztendlich gelegen hat.

Mittlerweile bin ich aber „drüber weg“ und freue mich riesig für die anderen. Das wird ein wahnsinniges Abenteuer für die 6 Jungs und Mädels werden – unvergesslich!

Was macht für dich denn eigentlich ein echtes Abenteuer aus?

Abenteuer ist für mich, was neues zu entdecken und zu erleben. Das Landrover Quali Camp war auch ein Abenteuer für mich! Man weiß nicht, was einen erwartet, drei Tage Spannung pur! Dann natürlich campen und bisschen Lagerfeuerfeeling am Abend – das ist für mich Abenteuer.

Aber genauso ist eine neue Skitour für mich Abenteuer: früh aufstehen, Essen für die Tour packen und dem Sonnenaufgang entgegen fahren, dann hoch zum Gipfel kämpfen und die unendliche Weite genießen… das Abenteuer lauert eigentlich überall!

[Diese Frage hat mich hier schon einmal beschäftigt: Was ist ein echtes Abenteuer?]

Landrover Experience Rückspiegel

Ein Wettlauf zum Südpol, ein arktischer Zehnkampf im Yukon-Territory – warum tut sich jemand so etwas überhaupt an?

Gute Frage – Lust auf Abenteuer sag ich da nur! In den Wettlauf zum Südpol bin ich irgendwie reingerutscht: Hatte das am letzten Tag der Bewerbungstrist zufällig im Ö3 (österreichisches Radio ) gehört und mich dann spontan im Internet beworben.

Dann wurde ich zu einem Qualicamp eingeladen und dann nahm das so seinen Lauf. Dass ich dann letztendlich wirklich ausgewählt werde, damit hätte ich im Leben nie gerechnet! Da hatte ich dann irgendwie schon Schiss und hab mich nicht nur einmal gefragt, warum ich mir das antue.

Ja, und irgendwie zieht es mich wohl in die Kälte. Der arktische Zehnkampf stand dann 2013 auf dem Programm. War ein sehr cooles Event – auch kalt, aber anders… da hatten wir richtig Spaß, alle zusammen auf den Spuren der Goldgräber…

Du bist auf der Suche nach der richtigen Ausrüstung für Abenteuer auf der ganzen Welt? Hier lang!

Was braucht jemand, der solche Abenteuer wie du erleben will? Was muss er können?

Ich glaub, da braucht man nicht wirklich viel zu. Man muss nur ein wenig verrückt und abenteuerlustig sein. Und jemanden an der Seite haben, der den Wahnsinn mitmacht und das versteht!

Ansonsten würd ich mich als Allrounderin bezeichnen: Ich kann von allem etwas und nenne mich immer eine Wald- und Wiesensportlerin. Wichtig ist immer der Spaß an der Sache – Verbissenheit oder falscher Ehrgeiz sind bei mir fehl am Platz!

Landrover Discovery Parcour

Wie hältst du dich fit, wenn du nicht gerade am Südpool oder in der Wüste unterwegs bist?

Ich mache wirklich von allem etwas: Laufen, Mountainbiken, Kraftsport, Skitouren im Winter. Seit 2013 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs – damals habe ich ersten Mal richtig nach Trainingsplan für den Ötztaler Radmarathon trainiert!

Machst du dich gezielt auf die Suche nach Challenges und Expeditionen oder stolperst du eher zufällig über solche Wettbewerbe?

Über den Wettlauf zum Südpol bin ich durch Zufall gestolpert. Das war dann sozusagen der Einstieg, jetzt bekomme ich oft Links zugeschickt. So nach dem Motto „Das ist doch was für dich!“. Facebook und Co tut sein übriges. Suchen brauche ich also nicht, irgendwas läuft immer…

Deiner Erfahrung nach: Worauf achten die Jurys bei solchen Wettbewerben am meisten und nach welchen Eigenschaften der Teilnehmer suchen sie? Wie überzeugst du?

Puuuh… das ist schwierig zu beantworten! Beim Wettlauf zum Südpol war es eine Mischung aus allem: Ein bisschen Fitness, Teamfähigkeit, Sympathie… Man musste eben ein guter Allrounder sein! Beim arktischen Zehnkampf im Yukon-Territory ging es wirklich nur nach Punkten.

Tja, wie überzeuge ich? Am besten, man verstellt sich nicht und ist, wie man ist – damit bin ich immer am besten gefahren!

Claudia Beitsch Abenteurerin

Wenn man auf solche fetten Abenteuer steht wie du – kann man dann überhaupt noch normale Reisen unternehmen? Wohin führte dich dein letzter Urlaub?

Ohh ja! Ich kann auch mal einen ganz normalen Strandurlaub machen, damit habe ich überhaupt keine Problem! Aber alles zu seiner Zeit – mein letzter „richtiger Urlaub“ ging nach Fuerteventura im Januar: Cluburlaub! Einfach mal nix tun und sich den Bauch vollschlagen!

Im Sommer ist natürlich immer irgendwas mit Action geplant – entweder Training mit dem Rennrad oder Kiteurlaub…

Welches Abenteuer oder welche Challenge schwebt dir als nächstes im Kopf herum?

Mein nächstes Abenteuer steht tatsächlich schon an: Anfang Juli fahre ich mit einer Freundin die Schwalbe Tour Transalp mit dem Rennrad. Fast 20.000 Höhenmeter und 800 km innerhalb einer Woche durch die Alpen! Das wird eine anstrengende, aber auch spannende und herausfordernde Woche!

Was danach kommt… Schaun wa mal, dann sehn wa schon!

Nehmen wir mal an, du könntest selber ein riesiges Abenteuer organisieren und es gäbe keinerlei finanziellen Schranken – was würdest du tun?   

Ich glaub, ich würde noch mal eine Expedition zum Südpol planen. Aber diesmal mit meinen engsten Freunden, um ihnen zu zeigen, was ich damals in 2010 erlebt hab. Man kann diese unglaubliche Landschaft und dieses Gefühl einfach nicht in Worte fassen!

Claudia, vielen Dank für dieses Interview – und viel Glück bei deinen kommenden Abenteuern!

Teamwork Landrover Experience

Was haltet ihr von solchen Challenges? Kennt ihr welche, bei denen es sich lohnt, sich zu bewerben? Habt ihr vielleicht schon mal bei so etwas mitgemacht?

Erzählt mir mehr – in den Kommentaren!

Hilfreich unterwegs bei jedem Abenteuer:

Gefällt dir, was du hier findest?

Folge mir doch auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Oder abonniere meinen Newsletter:

Trage jetzt deine Mailadresse hier ein:

3 KOMMENTARE

  1. Also das ist mir alles zu heftig 🙂 Ich will irgendwann einmal eine Motorrad-Tour durch den Himalaya machen. Das ist für mich auch schon Abenteuer 😉 Ach ja: Tolle Frau!

Hinterlasse eine Antwort

Please enter your comment!

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ist in Ordnung!

Please enter your name here