Stirnlampe Seo 7R von Led Lenser im Test

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Testbericht Stirnlampe Led Lenser Seo 7R

Eine ordentliche Stirnlampe ist eigentlich für jedes Abenteuer unverzichtbar. Es kommt wirklich so gut wie nie vor, dass ich verreise und keine Stirnlampe dabei habe. Eigentlich sind Städtetrips, bei denen ich Freunde besuche oder mir im Hostel ein Einzelzimmer gönne, die einzige Gelegenheit, zu der ich auf eine Stirnlampe verzichten kann.

Zur Orientierung beim Wandern in der Dunkelheit, beim Zelt aufbauen, Karten lesen, beim Mitsegeln auf Nachtschichten oder bei Reparaturen an schlecht beleuchteten Stellen – wenn man aktiv reist und sich nicht ausschließlich in Luxushotels aufhält, kommt man immer wieder in Situationen, in denen man sich über ein gutes Kopflicht freut.

Seit einigen Wochen habe ich die Stirnlampe SEO 7R von Led Lenser in Benutzung. Da es hier in Norwegen im Moment (Dezember und Januar) wirklich sehr früh dunkel wird, ich aber trotzdem mindestens zwei Mal in der Woche in den Bergen zum Wandern unterwegs bin, hatte ich reichlich Gelegenheit, das gute Stück zu testen.

Testbericht der Stirnlampe SEO 7R von Led Lenser:

Stirnlampe Seo 7R im Test

Der erste Eindruck, den ich von der SEO 7 hatte, war: Extrem leicht ist die Lampe – nur neunzig Gramm wiegt das Stück. Ich bin zwar kein echter Lightpacking-Fetischist, trotzdem schaue ich beim Ausrüstungskauf oft zuerst auf die Gewichtsangabe. Je leichter, desto besser – das gilt wahrscheinlich irgendwie für den gesamten Inhalt meines Rucksacks.

Die SEO 7R erreicht ihr geringes Gewicht, indem sie auf einen zusätzlichen Batterie-Pack verzichtet. Nur hinter der Leucht-LED versteckt sich ein Batteriefach.

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Beim Öffnen stoße ich auf die erste echte Spezial-Funktion der Stirnlampe SEO 7R. Der Akku sieht irgendwie ungewohnt aus: Ein Kontakt oben links, einer unten rechts, irgendwie anders als der Akku zum Beispiel in meinem Handy oder in meiner Kamera. Als ich den Packen herausnehme, sehe ich, warum das so ist: Anstelle des Akkus kann man auch einfach drei normale AAA-Batterien einlegen und die Lampe leuchtet auch!

Der Akku selber ist per Mini-USB aufladbar, ich kann also mit meiner Powerbank unterwegs nachladen. Und wenn ich meinen kompletten Saft verbraucht habe, habe ich für den Notfall durch die alternative Versorgung mit Standardbatterien noch einen Joker im Ärmel. Ich finde, das haben die Tüftler von Led Lenser ziemlich smart gelöst!

Zur Akkuleistung: Bei voller Leuchtleistung hält der Akku ungefähr viereinhalb Stunden, bis man entweder nachladen oder gegen die normalen Batterien austauschen muss. Das ist zwar kein Spitzenwert, allerdings kann man diese Zeit verlängern, indem man die Lampe nicht auf voller Leistung laufen lässt (was eh nur selten nötig ist) oder das automatische Energiesparprogramm nutzt.

Das Energiesparprogramm greift auf den Lichtsensor zurück, auf den ich weiter unten nochmal eingehen werde.

Gewicht und Stromversorgung stimmen mich also schonmal vorsichtig optimistisch, als ich die Lampe einschalte.

Stirnlampe? Kopfscheinwerfer!

Led Lenser Seo 7R Stirnlampe

Die Leuchtleistung der SEO 7R ist einfach enorm! Im Standardmodus leuchtet ihr weißes Licht entweder einen etwa zehn Meter weiten und ebenso breiten Kegel direkt vor mir sehr hell und sehr gleichmäßig aus – so kann man arbeiten! Oder in absoluter Dunkelheit einen vernünftigen Untergrund fürs Zelt suchen, das Zelt problemlos aufbauen, kochen oder Reperaturen ausführen.

Jetzt bin ich doch mehr als gespannt, wie weit der Scheinwerfer in Maximalleistung strahlt. Dazu kann ich den Lichtkegel mit Hilfe des Ringes um die Lampe stufenlos von „breit und kurz“ auf „schmal und weit“ verstellen. Und siehe da: Ein heller, weißer Punkt strahlt locker hundert Meter weit. Der Hersteller spricht von 130 Metern Leuchtweite – das dürfte die SEO 7R wirklich erreichen!

Dass diese Leuchtkraft mit nur einer einzigen Power-LED erreicht wird, finde ich richtig erstaunlich – schon krass, wie sich die LED-Technik in den letzten Jahren verbessert hat. Die klassische Glühlampe (ich kann mich noch dran erinnern, so etwas benutzt zu haben) wirkt dagegen echt wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten…

Komme ich jetzt zu den Zusatzfunktionen: Die SEO 7R bietet, wie eigentlich jede vernünftige Stirnlampe, verschiedene Leuchtmodi an. Da ich die Stirnlampe auch beim Segeln und Mitsegeln benutzen möchte, ist für mich ein Modus mit Rotlicht sehr wichtig – den die Seo 7R natürlich anbietet. Erreichbar ist er durch langes drücken (2 Sekunden) auf den Ein/Aus-Schalter.

Sowohl für das Weiß- als auch für das Rotlicht gibt es eine Blinkfunktion, die man durch viermaliges Drücken erreicht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und dann gibt es bei der SEO 7R noch eine Spezialfunktion. Drückt man beim Anmachen den Schalterknopf dreimal hintereinander ist man im automatischen Dimmodus. Jetzt wird ein Lichtsensor aktiviert, der misst, auf wie viel Gegenlicht man stößt. Daraus errechnet sich dann sich dann die Lichtleistung, die die SEO 7R ausgibt.

Heißt: ist man mit seiner Stirnlampe in absoluter Dunkelheit unterwegs, leuchtet die Lampe automatisch mit voller Leuchtkraft. Wenn man jetzt zum Beispiel eine Wanderkarte herausholt, meldet der Sensor, dass viel Licht zurückgeworfen wird: Die Seo 7R blendet automatisch ab, wird etwas dunkler und die weiße Karte blendet nicht.

Anderes Beispiel: man ist auf einer dunklen Landstraße zum Joggen unterwegs und es kommt einem plötzlich ein Auto entgegen: Die Lampe blendet automatisch ab und es wird niemand geblendet.

Ich persönlich finde solche Spielereien ja irgendwie faszinierend: Wie viel Technik in so einem kleinen Ausrüstungsgegenstand steckt! In der Praxis bleibt dieser Modus allerdings, was er ist: Eine nette Spielerei. Zwar funktioniert die Automatik gut, allerdings muss ich bei mir beobachten, dass ich sie am Ende irgendwie kaum nutze.

Wie das kommt? Es könnte daran liegen, dass ich zu faul bin, den Modus bei jeder Benutzung anzusteuern – die SEO 7R hat nur einen Knopf, für jeden Modus muss man ihn unterschiedlich lang und oft drücken. Mir das alles zu merken, dafür bin ich wahrscheinlich zu faul. Vielleicht ist der Automatikmodus, bei aller Liebe zur Spielerei, aber auch einfach nicht so furchtbar wichtig, dass ich ihn ständig nutzen müsste.

Ein leichter Scheinwerfer für jedes Abenteuer!

Stirnlampe Seo 7R von Led Lenser

Meinen einzigen Kritikpunkt an der SEO 7R kann man vielleicht ein wenig oben herauslesen: Die verschiedenen Leuchtmodi sind allesamt über nur einen Schalter erreichbar. Einmal lang drücken und im richtigen Moment loslassen, viermal kurz hintereinander drücken, zweimal kurz mit zwei Sekunden Pause dazwischen – ich bin irgendwie nicht in der Lage, mir das zu merken. Vielleicht ist das anders, wenn man die Lampe wirklich täglich nutzt.

Ein Lösungsansatz hierfür wäre, einen zweiten Schalter für die Sondermodi einzubauen. Das allerdings würde wahrscheinlich auf Kosten des Gewichts gehen – deshalb würde ich vorschlagen, einfach die Blinkmodi und die Automatikfunktion wegzulassen. Dadurch könnte man dann eventuell sogar noch ein paar Gramm sparen…

Die Bedienbarkeit der SEO 7R ist also nicht ganz optimal, für den normalen Einsatz spielt das allerdings zumindest für mich keine Rolle: Ich komme eh mit den Standardfunktionen locker aus.

Die SEO 7R kostet ungefähr 60 Euro und liegt damit im mittleren Preisbereich bei Stirnlampen. Im Verleich zu günstigeren Lösungen (wie zum Beispiel der guten Tactikka+ von Petzl) bekommt man für den Preis eine Leuchtkraft, über die man nicht diskutieren muss: ein echter Power-Scheinwerfer! Dazu ist die Seo 7R schön leicht und sehr flexibel bei der Stromversorgung.

Darauf kommt es an – und deswegen hat die SEO 7R ihren Weg geschafft: Sowohl in meinen Rucksack für Abenteuerreisen als auch auf meine Liste für praktische Helferlein im Alltag.

Das Test-Urteil zur Stirnlampe SEO 7R:

Mein Fazit in Kurzform:

Die SEO 7R von Led Lenser ist vor allem schön leicht und hat eine mehr als ordentliche Leuchtkraft. Dazu kommt noch eine sehr sinnvolle Energieversorgung: Klein, leicht und ausdauernd, per Mini-USB aufladbar und im Notfall auch mir normalen Batterien zu betreiben. Mit etwa 60 Euro zwar nicht ganz billig – dafür absolut abenteuertauglich!

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Disclosure: Die Firma Led Lenser hat mir diese Stirnlampe für den Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber freue ich mich, auf mein Testurteil hat das aber natürlich keinen Einfluss.

6 KOMMENTARE

  1. Danke für den ausführlichen Testbericht!

    Habe schon viele Stirnlampen ausprobiert und dazu gehört unter anderem diese hier und ich muss sagen, dass sie definitiv zu den besten gehört. Kann ich wirklich nur empfehlen!

  2. Hey,
    danke für den Artikel.
    Ich sagen die Lampe klingt an sich ganz ok nur aufgrund der recht kurzen Brenndauer würde ich sie mir sicher nicht kaufen. Wie wirkt sich den Kälte auf die Akkuleistung aus, das dürfte die Brenndauer doch nochmal reduzieren oder? Hast du damit Erfahrung? 90 Gramm sind zwar auch sehr schön aber wenn ich ne Powerbank bzw. extra Batterien mitschleppen muss ist der Gewichtsvorteil doch wieder hin oder?

    Ich bin gerade selber auf der Suche nach einer guten Stirnlampe hast du evtl. noch eine andere Empfehlung außer die oben beschriebene?
    Danke schon mal

    Gruß

    Felix

    • Hi Felix,

      die Lampe ist bei mir gerade im Dauereinsatz – ich finde viereinhalb Stunden mit Maximalleistung eigentlich ziemlich beachtlich! Ich habe in den letzten Tagen gelernt, dass man die Leuchtdauer locker verdreifachen kann, indem man die Lampe herunterdimmt – bei der Leuchtkraft reicht das locker aus. Die Powerbank habe ich als Notlösung für alle meine Geräte (Kameras etc.) eh dabei…
      Eine andere Lampe in der Preisklasse wäre die Petzl Tikka R+ – die Leistungsdaten sind allerdings vergleichbar. Wenn du mehr Power willst, musst du schon deutlich mehr Geld ausgeben. Mir wäre das dann für eine Stirnlampe zu viel… Sag doch mal Bescheid, wenn du dich entschieden hast – ich freue mich über jeden guten Tipp 🙂
      Besten Gruß, Timo

  3. Danke für die Ergänzung zur Akkureichweite, Timo. 4,5 h bei maximaler Leistung finde ich beachtlich und ausreichend, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Akku im Handumdrehen durch drei Eneloop-AAA-Akkus ersetzt werden kann. Ich gehe davon aus, dass Eneloops statt Batterien verwendet werden können. Die auf der Homepage einsehbare Bedienungsanleitung sagt dazu leider nichts aus, sondern verweist auf eine dem Produkt beiliegende Kurzanleitung.

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